Der Sekretär wird Chef

8. Oktober 2003, 19:51
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Karl Klein überraschender Nachfolger von Fritz Neugebauer FCG-Chef und ÖGB-Vize

Wien - Der bisherige Bundessekretär der Fraktion Christlicher Gewerkschafter, Karl Klein (54), wird neuer Vorsitzender der FCG. In der Wahlvorschlagskommission votierten am Dienstagnachmittag 27 Mitglieder für ihn, fünf Stimmen entfielen auf den niederösterreichischen Landeschef Alfred Schöls, zwei Stimmen waren ungültig. Alle anderen Bewerber hatten zuvor ihre Kandidatur zurückzogen.

Klein löst Fritz Neugebauer ab, der am kommenden Samstag zum ÖAAB-Obmann gewählt werden soll. Gleichzeitig soll Klein auch Neugebauer als ÖGB-Vizepräsident nachfolgen. Klein ist im ÖGB bereits Präsidiumsmitglied mit beratender Stimme und er leitet dort das Referat für Kollektivvertragspolitik.

Die Wahl Kleins zum FCG-Chef soll am kommenden Montag beim FCG-Bundestag im Vorfeld des ÖGB-Kongresses erfolgen. Seine Wahl zum ÖGB-Vizepräsidenten wird gemeinsam mit allen anderen Mitgliedern des ÖGB-Präsidiums auf dem ÖGB-Kongress am Freitag nächster Woche folgen.

Klein ist seit 1991 Bundessekretär der FCG. Er kommt aus der Gewerkschaft der Privatangestellten, wo er Zentralsekretär war.

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Klein ist völlig überraschend zum Vorsitzenden der Christlichen Gewerkschafter designiert worden. Der 54-Jährige Wiener war zuletzt als Bundessekretär in der FCG tätig gewesen. Klein folgt auf Fritz Neugebauer, der sich auf seine Rollen als Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und ab Samstag auf seinen neuen Posten als ÖAAB-Chef konzentriert.

Klein entstammt der SP-diktierten Privatangestellten-Gewerkschaft, in der er auch von 1988 bis 1990 als Zentralsekretär diente. Danach wurde er Bundessekretär der FCG und so Mitglied im ÖGB-Präsidium. Ein Jahr später wurde er zum Leiter des ÖGB-Referats für Kollektivvertragspolitik. Eine Position, die er noch heute hält.

Kenner sagen Klein nach, "absolut kein Parteisoldat" zu sein. Der neue FCG-Chef werde wohl kaum zu stark die Nähe der ÖVP suchen. Ein Gewerkschaftskollege bezeichnet Klein gar "eher als Links-Katholiken". Die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter dürfte mit ihm jedenfalls keinerlei Probleme haben, wie erste Kommentare gegenüber der APA zeigten. Denn Klein hat nur selten den Konflikt auch mit den eigenen Parteifreunden gescheut, wenn es darum ging, die Arbeitnehmer-Interessen zu verteidigen.

Eine kleine Sensation ist, dass mit Klein nicht die GÖD zum Zug kommt, die ja die einzige VP-dominierte Gewerkschaft innerhalb des ÖGB ist. (APA)

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