UNO-Delegation für Afghanistan

9. Oktober 2003, 11:55
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Diplomaten sollen Lage für mögliche Ausweitung des ISAF-Mandats prüfen - mit Kommentar

New York - Eine Delegation des UNO-Sicherheitsrates soll Ende Oktober nach Afghanistan reisen, um sich über die Sicherheitslage in dem Land kundig zu machen. Delegationsleiter solle der deutsche UNO-Botschafter Gunter Pleuger sein, teilten die Vereinten Nationen (UNO) am Montag in New York mit.

Die Diplomaten sollen zwischen dem 31. Oktober und dem 8. November in dem Land nach Möglichkeiten suchen, um die von der Nato angeführte Internationale Afghanistan-Schutztruppe Isaf zu unterstützen. Derzeit schützt die Isaf die Hauptstadt Kabul und deren Umgebung. Sie soll der afghanischen Regierung helfen, ein Machtvakuum nach dem Sturz des Taliban-Regimes zu verhindern. Große Teile Afghanistans werden nicht von der Regierung in Kabul, sondern von regionalen Kriegsfürsten regiert.

Nato für Ausweitung

Die Nato hat sich grundsätzlich für eine Ausweitung ihres Afghanistan-Einsatzes über Kabul hinaus ausgesprochen. Das Bündnis beschloss nach Angaben von Diplomaten am Montag in Brüssel, den von Deutschland geplanten Einsatz von bis zu 450 Soldaten in Kundus im Norden des Landes zu unterstützen. Kundus solle ein Pilotprojekt für eventuelle andere Einsätze außerhalb Kabuls sein. Die Nato-Militärs sollen nun bis zum 20. Oktober Detailplanungen vorlegen. Nach dem Grundsatzbeschluss der Allianz werden Deutschland im UNO-Sicherheitsrat auf eine Ausdehnung des Mandats der Internationalen Schutztruppe Isaf dringen. Dies ist Voraussetzung für eine Ausdehnung des Nato-Einsatzes.

Afghanistan begrüßt NATO-Angebot

Afghanistan hat die Pläne der NATO begrüßt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Kabul bezeichnete das Angebot am Dienstag als "gute Nachricht für Afghanistan". Seit rund zwei Jahren fordere die afghanische Regierung bereits die Stationierung der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF auch außerhalb der Hauptstadt Kabul, um "Stabilität und Sicherheit" zu gewährleisten. (Reuters/APA/AFP)

Kommentar

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