Red Hat gliedert Linux für Privatkunden aus

14. Oktober 2003, 10:56
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Das Privatkundengeschäft teilen sich nun nur noch zwei größere Unternehmen: Mandrake und SuSE

Die Entwicklung von Linux klafft immer deutlicher auseinander: Auf dem Server ist das freie Betriebssystem eine ernste Konkurrenz für andere Unix-Betriebssysteme und für Windows. Auf dem PC der Privatanwender aber tut sich der Pinguin allen Fortschritten zum Trotz weiter schwer. Dem trägt das amerikanische Unternehmen Red Hat jetzt Rechnung und gliedert die Linux-Version für Privatanwender in eine eigene Abteilung aus, das Fedora-Projekt.

Entwicklung zeichnete sich ab

Ein solcher Schritt hatte sich schon länger angedeutet. Im Sommer hatte Red Hat bekannt gegeben, dass künftig keine Versionen "in der Box", also im Pappkarton und mit gedruckten Handbuch mehr verkauft würden. Der Absatz solle künftig über Downloads, Bücher, Magazine und User Groups erfolgen. Red Hat legte dazu auch ein eigenes "Red Hat Magazin" auf, das zum Preis von 9,80 Euro im Zeitschriftenhandel erhältlich ist und etwa alle zwei Monate erscheint. Der jetzt für den 20. Oktober angekündigten dritten Ausgabe liegen wieder drei CDs bei - mit Fedora.

"Severn"

Fedora wurde bis vor kurzem noch unter dem Namen Red Hat 9.1 (Severn) entwickelt. Der Codename Severn ist geblieben, Red Hat Linux heißen künftig aber nur noch die Enterprise-Ausgaben. Ziel des Fedora-Projekts ist den Angaben auf der Web-Site zufolge die Entwicklung eines umfassenden Allzweck-Betriebssystems ausschließlich aus freier Software. Dies soll gemeinsam mit der Linux-Gemeinde in einem offen Forum geschehen. Externe Entwickler, Tester und sonstige Interessenten sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen.

Red Hat bleibt dabei

Die Federführung des Projekts bleibt aber fest in den Händen von Red Hat, was auch schon die Web-Adresse fedora.redhat.com zeigt. Fedora ist ein eingetragenes Markenzeichen von Red Hat. Die Namensänderung für die Privatanwenderausgabe zeigt, dass sich die Firma noch stärker als bisher auf das profitable Firmengeschäft konzentrieren und hier die Entwicklung der eigenen Software gezielter vorantreiben will. Die Bedürfnisse von PC-Besitzern und Firmen sind halt doch zu unterschiedlich.

Mandrake und SuSE

Nach dem Rückzug von Red Hat aus dem Privatkundengeschäft bleiben eigentlich nur noch zwei größere Unternehmen übrig, die Privatanwendern weiter Box-Versionen mit Support anbieten: Mandrake und SuSE. Aber auch hier ist klar, dass Geld nur schwer damit zu verdienen ist. Mandrake hat schon vor längerer Zeit seinen Mandrake Club gegründet, bei dem es gegen einen festen Mitgliedsbeitrag Zusatzleistungen wie eine Mitbestimmung über die künftig im Paket enthaltene Software und Sonderangebote gibt. Die Club-Beiträge sollen für eine finanzielle Basis sorgen - das Unternehmen hat gerade erst ein Insolvenzverfahren überstanden. Die Version 9.2 steht jetzt kurz vor der Freigabe.

SuSE, das in Deutschland führende Linux-Unternehmen hat gerade die Version 9.0 fertig gestellt, die am 15. Oktober in den Handel kommt. Aber auch hier wird das Geld längst - ganz wie bei Red Hat - im Geschäft mit den Firmenkunden verdient. Statt früher alle paar Monate gibt es jetzt nur noch jedes halbe Jahr eine neue Version für Privatkunden.(APA/AP)

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