Bohlen angeschwärzt

7. Oktober 2003, 19:31
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Neuestes Buch nur mit schwarzen Stellen auf Buchmesse vertreten - Thomas Anders, Jenny Elvers und andere erwirkten einstweilige Verfügung

Frankfurt/Main - Das neue Buch von Dieter Bohlen wird auf der Frankfurter Buchmesse mit geschwärzten Passagen vertreten sein. Das hat der Münchner Verlag Random House am Montag angekündigt. Zugleich startete er eine Rückrufaktion für die bereits an den Buchhandel ausgelieferten Exemplare und kam so den Einstweiligen Verfügungen nach, die Thomas Anders, Jens Riewa, Jenny Elvers, Eva Herman und deren Lebensgefährte Michael Bischoff erwirkt hatten. Der größte Teil der ersten Auflage von 200.000 Stück ist aber bereits verkauft; "Hinter den Kulissen" werde auf Anhieb auf Platz 1 der "Spiegel"-Bestsellerliste landen, sagte Verlagssprecherin Claudia Hanssen.

Verkauf trotz Verfügung

Die Einstweiligen Verfügungen waren bereits am Donnerstag vom Berliner und Hamburger Landgericht erlassen worden. Ein Rückruf der ausgelieferten Bücher haben nur die Berliner Richter im Fall Thomas Anders dem Verlag auferlegt. Random House teilte mit, die Zustellung dieser Einstweiligen Verfügungen gegen Buch und Hörbuch sei erst am Montagmittag bei den Rechtsanwälten des Verlags erfolgt. Am Samstag war das Buch überall in Deutschland verkauft worden, obwohl die Gerichtsentscheidungen bekannt waren.

Nach Eingang der Einstweiligen Verfügungen hat Random House nach eigenen Angaben alle Vertriebspartner informiert und diese gebeten, die noch vorhandenen Bohlen-Bücher und Hörbuch-Ausgaben zurückzugeben. Pressesprecherin Hanssen erklärte, zwingen könne man aber niemanden dazu.

Widerspruch des Verlags

Zugleich legte der Verlag Widerspruch gegen die Einstweiligen Verfügungen ein. Darüber soll am Freitag vor dem Hamburger Landgericht mündlich verhandelt werden, wie Hanssen mitteilte. Dabei geht es um die Einwendungen der Schauspielerin Elvers, der "Tagesschau"-Sprecher Riewa und Herman sowie deren Lebensgefährten Bischoff. Im Fall Anders gebe es noch keinen Gerichtstermin, hieß es weiter.

Für die Buchmesse, die am Mittwoch beginnt, werden nach Angaben Hanssens die umstrittenen Passagen in den Bohlen-Büchern mit Filzstiften geschwärzt.

Bohlen für Aussage "Ich verdiene gerne Geld" ausgebuht

Beeindruckt zeigte sich Bohlen von den Pfiffen des Publikums von "Wetten, dass...?" auf seine Äußerung: "Ich verdiene gerne Geld. Und ich hoffe, dass das jeder in Deutschland tut. Dann haben wir nämlich keine Sorgen mehr. Dann haben wir keine Arbeitslosen mehr." In der Montagausgabe der "Bild"-Zeitung sagte Bohlen, leider habe Thomas Gottschalk ihn nicht ausreden lassen. "Ich wollte sagen: Je mehr Leute Erfolg haben und in diesem Land ihre Steuern zahlen, umso mehr Arbeitslosen und sozial Schwachen kann man damit helfen." Das Blatt zitierte auch Gottschalk: "Das tut mir jetzt aber Leid, dass ich Dieter unterbrochen habe, bevor er mal etwas Kluges sagen konnte. Aber wie sollte ich auch damit rechnen." (APA/AP)

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