Mindestens 23 Tote bei Massaker im Kongo

8. Oktober 2003, 09:08
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Großteil der Opfer Freuen und Kinder

Kigali - Bei einem Überfall auf ein Dorf in der Demokratischen Republik Kongo sind am Montag über zwanzig Menschen getötet worden. Bei den meisten Opfern des Massakers in Kachele rund hundert Kilometer östlich von Bunia in der Unruheprovinz Ituri habe es sich um Kinder, schwangere Frauen und alte Menschen gehandelt, sagte eine Sprecherin der UNO-Mission im Kongo am Montag. Sie seien erschossen oder mit Macheten getötet worden.

UNO-Mitarbeiter zählten 23 Leichen. Augenzeugen hätten jedoch berichtet, dass weitere 32 Tote bereits begraben worden seien. Über die ethnische Zugehörigkeit machte die Sprecherin keine Angaben. Auch zu den Angreifern sagte sie nichts Genaueres.

Das Massaker von Kachele war der erste Überfall auf Zivilisten, seit die UNO am 1. September von der EU wieder die Kontrolle über Ituri übernommen hatte. Kachele liegt rund fünf Kilometer südlich von Bule, wohin sich in den vergangenen Wochen nach UNO-Angaben mehrere tausend Zivilisten aus dem etwa 20 Kilometer entfernten Fataki geflüchtet hatten.

In Fataki hatten im Juli und August Kämpfer von der Volksgruppe der Lendu mehrmals Anwohner vom Stamm der Hema überfallen. In der Provinz Ituri wurden seit 1999 rund 50.000 Menschen in den gewaltsamen ethnischen Auseinandersetzungen getötet; etwa eine halbe Million Menschen sind auf der Flucht. (APA)

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