Britischer Reporter nach gefälschtem Irak-Bericht tot aufgefunden

13. Oktober 2003, 15:34
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Polizei sieht keine Hinweise auf Verbrechen

Der britische Fernsehjournalist James Forlong, der einen Bericht über den Irak-Krieg gefälscht hat, ist in England tot aufgefunden worden. Die Ehefrau des früheren Reporters des Nachrichtensenders Sky News habe die Leiche in der Nacht auf Samstag in ihrem Haus im südenglischen Hove entdeckt, teilte ein Polizeisprecher von Sussex am Montag mit. Hinweise auf ein Verbrechen gebe es nicht. Eine Autopsie sollte am Dienstag Gewissheit über die Todesursache geben.

Suspendiert

Nachdem eine Dokumentation des britischen Senders BBC den Bericht als Fälschung entlarvte, wurde der erfahrene Journalist von Sky News im Juli dieses Jahres suspendiert. Forlong bedauerte den "Einschätzungsfehler" und kündigte. Sky News-Direktor Nick Pollard bezeichnete den Tod des Vaters zweier Kinder als "fürchterliche persönliche Tragödie".

Gefälschten Raketenabschuss

Forlong hatte während des Irak-Kriegs die US-Streikräfte an Bord des Flugzeugträgers Kitty Hawk für Sky News begleitet. In einem TV-Bericht gab er einen gefälschten Raketenabschuss eines britischen U-Boots auf Bagdad als tatsächliches Kriegsereignis aus, obwohl er die Bilder mit Archivmaterial und nachgedrehten Szenen inszeniert hatte. (APA/AFP)

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