HVB bringt Immotochter HRE an die Börse

22. Oktober 2003, 16:34
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Die HVB, Mutter der BA-CA, hat den Löwenanteil der Immobilienaktivitäten ausgelagert - Seit Wochenbeginn notiert die Hypo Real Estatate (HRE) an den Börsen in Wien und in Frankfurt.

Frankfurt/Wien - Der Börsenneuling HRE ist keine Immobilien-AG, sondern eine Bank zur Finanzierung von Immobilienprojekten. Mit der Abspaltung wollte die HypoVereinsbank risikobehaftete Aktiva von 57 Mrd. Euro loswerden und ihre Ausgesetztheit vom schwachen Kommerz-Immobilienmarkt reduzieren. Laut Nachrichtenmagazin Der Spiegel verblieben auch nach der Abspaltung gewerbliche und private Immobilienfinanzierungen im Umfang von 30 Mrd. Euro; für diesen Bereich bestehe heuer ein Wertberichtigungsbedarf von 470 Mio. Euro.

Commerzbank neue Nummer eins

Wermutstropfen: An der Börsenkapitalisierung gemessen, ist nun die Commerzbank das größte deutsche Finanzhaus, weil die HVB mit einem Schlag 20 Prozent des Grundkapitals verloren hat. "Mit der Abspaltung ist unser Transformationsprozess auf der Zielgeraden", so HVB-Chef Dieter Rampl. Im Juli hatte er bereits die Tochter BA-CA an die Wiener Börse gebracht.
Die neue Aktie (gehandelt in Frankfurt und Wien) begann ihren ersten Handelstag mit einem Kurs von 11,25 und stieg bis auf zwölf . Damit lag sie in der unteren Hälfte der Spanne von zehn bis 15 , von der die HVB ausgegangen war. Deutliche Einbußen erlitt die HVB-Aktie; das Minus führt ein Sprecher der HVB auf den erforderlichen Abschlag von 2,60 je Aktie zurück. Vor dem Hintergrund der Hypo-Erstnotiz fielen auch Münchener Rück um 0,5 Prozent. Der weltgrößte Rückversicherer hatte 25,7 Prozent an der HVB-Immobiliensparte mit einem Verlust im unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich an Goldman Sachs verkauft.

HVB-Aktionäre erhalten für vier Inhaberaktien der HypoVereinsbank zusätzlich eine Aktie der Hypo Real Estate Holding. Die Zuteilung geschah bereits am Montag. Für die Kunden der BA-CA ist sie provisions- und spesenfrei und ab heute, Dienstag, am Depotauszug sichtbar, so ein Bankensprecher. Gleichzeitig erfolge auch die Verständigung der betroffenen BA-CA-Depotkunden. Bei der BA-CA hätten 42.000 Depotkunden HVB-Aktien.

Automatisch eingebucht

Bei einer Verwahrung der HVB-Aktien durch eine Depotbank würden die Aktien der Hypo Real Estate Holding automatisch in das Depot eingebucht. Kunden, die ihre Aktien selbst halten, müssten von sich aus tätig werden. Kunden der BA-CA zahlen auch für die HVB-Real-Estate-Aktien keine Depotgebühren. Wenn die Zuteilung (im Verhältnis vier zu eins) rechnerisch keine ganze Zahl ergibt, entstehen Teilrechte.

Die HRE besteht aus drei operativen Töchtern: die HRE International mit Sitz in Dublin, in der das lukrative Auslandsgeschäft gebündelt ist. Die WürttHyp ist ebenfalls stark im Auslandsgeschäft und möchte vor allem das Pfandbrief-Geschäft forcieren.

Das dritte Standbein der Holding ist die Hypo Real Estate Bank AG. In diesem Sorgenkind der Gruppe ist das Deutschland-Geschäft angesiedelt. Rund zehn Prozent der von ihr vergebenen Kredite wären "bedenklich", das Kreditportfolio müsse restrukturiert werden. Dafür haben die Münchner der HRE nur für Deutschland 590 Mio. Euro übertragen. (red, rose, Der Standard, Printausgabe, 07.10.2003)

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HVB

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Verwaltungsgebäude der HypoVereinsbank in München (Spiegelt sich in einem Verkehrsbeobachtungsspiegel)

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