EU will Gebietsschutz bei Gas knacken

9. Oktober 2003, 16:58
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Einigung zwischen Gazprom und dem italienischen Importeur ENI verkündet

Brüssel - Die EU-Kommission hat die Gebietsschutzklauseln des russischen Gasriesen Gazprom ins Visier genommen. Sie verkündete zu Wochenbeginn eine Einigung zwischen Gazprom und dem italienischen Importeur ENI über einen langfristigen Liefervertrag ohne solche Klauseln.

Auch mit dem österreichischen Importeur werde über die Streichung vergleichbarer Klauseln verhandelt, hieß es. Österreichs Hauptimporteur ist die OMV. Man sei zuversichtlich, dass es mit den Österreichern und den deutschen Importeuren bald eine Einigung geben werde.

Strenge Verträge

Gazprom habe traditionell in den Verträgen Importeuren verboten, das Erdgas an Dritte weiterzuliefern, kritisiert die EU. Nach jahrelangen Verhandlungen habe es aber nun im Vertrag mit ENI eine Vereinbarung gegeben, dass ENI russisches Gas an Abnehmer außerhalb Italiens weiterverkaufen dürfe. ENI habe sich sogar verpflichtet, große Gasmengen an Kunden außerhalb Italiens anzubieten. Das werde vor allem Kunden in Österreich und Deutschland nützen, erwartet die Kommission.

Falls es nicht ausreichend verkauft werden kann, soll das Gas am Gasknoten Baumgarten, wo die Pipeline die österreichisch-slowakische Grenze quert, an Meistbietende versteigert werden.

Gazprom ihrerseits will nun auch ENI-Rivalen in Italien beliefern. Parallel dazu verpflichtet sich ENI, die Kapazität der Pipeline durch Österreich (TAG) um sechs Mrd. m³ zu erhöhen. (APA, Der Standard, Printausgabe, 07.10.2003)

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