Wiener Konferenzzentrum soll möglichst rasch aus roten Zahlen

7. Oktober 2003, 16:15
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Mehr Veranstaltungen geplant und mehr Flexibilität der Mitarbeiter

Wien - Das Austria Center Vienna (ACV), besser bekannt als Konferenzzentrum bei der Wiener UNO-City, soll rasch aus der Verlustzone. Das ist nicht nur die Vorgabe von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der in Vertretung des Eigentümers Staat für das ACV zuständig ist. Das ist auch der Ehrgeiz von ACV-Vorstand Thomas Rupperti.

"Man muss endlich kapieren, dass die öffentliche Hand nicht pausenlos Geld zuschießen kann. Operativ müsste das Haus schuldenfrei geführt werden können", sagte Rupperti im STANDARD-Gespräch.

Spätestens 2005 ausgeglichen bilanzieren

Rupperti, der viele Jahre für die deutsche TUI gearbeitet und unter anderem die Kärntner Dorfhotels und Bauerndörfer gemanagt hat, steht seit Anfang 2003 an der Spitze des ACV. Sein Ziel ist es, bis spätestens 2005 ausgeglichen zu bilanzieren. Heuer dürfte sich der operative Abgang laut Rupperti in einer Größenordnung zwischen 1,2 und 1,5 Mio. Euro bewegen. Der Verlust wird durch den Bund abgedeckt. Auch die jährlich fällige Pacht von rund 6,7 Mio. Euro, eine Art Vorzugsdividende für das Investorenkonsortium aus dem Arabischen Golf, trägt die Republik.

2002 schrieb das ACV operativ ein Minus von knapp 800.000 Euro. Die Trendwende möchte Rupperti nun mit einer besseren Auslastung des Hauses erreichen, aber auch durch mehr Flexibilität beim Personaleinsatz: "Wir wollen eine neue Betriebsvereinbarung verhandeln." Beim Betriebsrat freilich sieht man keine Notwendigkeit dafür. "Wir sind schon sehr flexibel, haben eine Gleitzeitregelung, das funktioniert", sagte der Betriebsratsvorsitzende des ACV, Andreas C. Mayer.

"Mitarbeiter motivieren"

Mayer wies außerdem darauf hin, dass das Konferenzzentrum in seiner Geschichte schon ausgeglichen bilanziert hatte, zuletzt 1999 mit damals 90 Mitarbeitern. Inzwischen hat sich der Personalstand auf 75 reduziert. "Die jetzige Zahl ist optimal", sagte Rupperti. "Ich möchte die Mitarbeiter an der Ergebnisverbesserung beteiligen und sie damit besser motivieren." Auch möchte der ACV-Chef erreichen, "dass die tote Zeit im Juli und August" durch zusätzliche Veranstaltungen im Bereich Kultur und Lifestyle verkürzt wird.

Betriebsrat Mayer ist skeptisch: "Kleinere Veranstaltungen bringen Umsatz, treiben aber auch die Kosten." (Günther Strobl, Der Standard, Printausgabe, 07.10.2003)

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