Irakischer Mobilfunk- Markt ist aufgeteilt

9. Oktober 2003, 15:00
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Drei regionale Lizenzen auf zwei Jahre vergeben

Bagdad - Die US-Verwaltung im Irak und das irakische Telekommunikationsministerium haben am Montag drei regionale Mobilfunk-Lizenzen vergeben. Den Zuschlag in der Region Mitte um die Hauptstadt Bagdad erhielt ein von der ägyptischen Orascom Telecom Holdings SAE angeführtes Konsortium. Das Mobilnetz in der Region Nord mit der Stadt Mosul und den Kurdengebieten wird von Asia-Cell aufgebaut, einem Unternehmen mit Sitz im kurdisch-irakischen Sulaimanija. Für die südlichen Landesteile rund um die Metropole Basra wurde der kuwaitische Mobilfunk-Betreiber MTC ausgewählt.

Zweijährige Lizenzen

Dem von Asia-Cell geführten Konsortium gehören außerdem der kuwaitische Mobilfunk-Anbieter Wataniya Telekom und die bahrainische United Gulf Bank an. Die Lizenzen wurden für zwei Jahre vergeben. Nach einem Jahr soll jeder der regionalen Anbieter seine Dienstleistungen auf das ganze Land ausdehnen, so dass drei nationale Anbieter im Wettbewerb miteinander das Land abdecken.

Der irakische Minister für Kommunikation, Haidar el Ibadi, sagte am Montag, die Entscheidung über die Lizenznehmer habe "ein Team von irakischen Experten, unterstützt von ausländischen Experten" getroffen. Nach Angaben der US-Verwaltung stand das von den Bewerbern zugesicherte Preis-Leistungs-Verhältnis für die künftigen Kunden im Mittelpunkt.

Betrieb "in einigen Wochen"

Die Firmen würden ihren Betrieb "in einigen Wochen" aufnehmen, sagte El Ibadi. Das hohe Interesse an der Ausschreibung sei ein "Beweis dafür, dass die internationale Geschäftswelt Vertrauen in die Zukunft des Irak setzt", sagte der Minister. Insgesamt hatten sich ihm zufolge 35 Konsortien für die drei Regionen Mitte, Nord und Süd (Basra) beworben.

Experten veranschlagen das Umsatzpotenzial des irakischen Mobilfunkmarktes in den kommenden zwei Jahren auf eine Milliarde US-Dollar (862 Mio Euro). Das terrestrische Telefonnetz im Irak ist infolge von Zerstörungen während des Krieges und durch Plünderungen weitgehend zusammengebrochen. Ausländische Hilfsorganisationen, Journalisten und wohlhabende Iraker behelfen sich derzeit mit Satellitentelefonen sowie einem satellitengebundenen Mobiltelefon- System ("Thuraya"). Die US-Verwaltung operiert mit einem internen Mobil-Netz der US-Firma MCI. (APA/dpa)

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