Arbeiterkammer fordert strengere Auflagen für Datensammler

14. Oktober 2003, 13:43
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Datamining sollte nur mit Zustimmung des Kunden möglich sein

Im Zuge der Proteste von Datenschützern gegen eine neue Marketing-CD von Herold Business Data fordert die Arbeiterkammer (AK) strengere Regeln für das Datensammeln bei Anrufen von Konsumenten in Call-Centern. Auch öffentliche Register sollten kein "Selbstbedienungsladen für Adresshändler sein", so die AK in einer Presseinformation. Außerdem seien Regeln für Dataminingmethoden nötig, vor allem die Zustimmung des Verbrauchers dazu, dass ihre Kundendaten mit reinen Annahmen zur Berechnung statistischer Kennzahlen (wie Kaufkraft oder Zahlungsrisiko) vermischt werden.

Ohne die Einwilligung der Konsumenten

Laut Arbeiterkammer können Direktmarketing-Unternehmen entsprechend den Regelungen der Gewerbeordnung bestimmte Daten - Name, Anschrift und Geburtsdatum von Konsumenten sowie deren Zugehörigkeit zu Kunden- und Interessentendateien - direkt von Unternehmen beziehen, ohne die Einwilligung der Konsumenten einzuholen. Das Unternehmen, dem der Konsument seine Daten gibt, müsse seine Kunden nur darüber informieren, dass sie die Weitergabe der Daten untersagen können.

"Robinson-Liste"

Die sicherste Maßnahme zum Schutz der Daten ist laut AK der Eintrag in die so genannte "Robinson-Liste". Adresshändler und Direktweber müssen die darin genannten Adressen aus ihren Verteilern streichen. Wer wissen wolle, ob ein Unternehmen Daten über ihn habe, müsse schriftlich anfragen und seine Identität nachweisen. Einfacher sei es, vom Unternehmen gleich zu verlangen, eventuell vorhandene Daten zu löschen.

Streichung

Eine Streichung von der Herold-CD, kann bei Herold schriftlich (2340 Mödling, Guntramsdorfer Straße 105) oder telefonisch (0800/202007) angefordert werden. Um sicher zu gehen, dass die Daten auch aus der Ursprungsdatenbank von dm-plus Direktmarketing gestrichen werden und damit auch für keine andere Marketingaktion verwendet werden, sollte dm-plus direkt unter 0800/204260 kontaktieren, rät die AK. (APA)

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