UNO-Sicherheitsrat schickt Mission nach Afghanistan

7. Oktober 2003, 10:05
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Diplomaten sollen die Ausweitung des ISAF-Mandats prüfen - Ex-König Zahir Schah dementiert Berichte seines Exilgangs

New York/Rom - Die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates werden Anfang November bei einer Reise durch Afghanistan die Ausweitung des Mandats für die internationale Schutztruppe ISAF prüfen. Die Abordnung des höchsten UNO-Entscheidungsgremiums werde unter Leitung des deutschen Botschafters Gunter Pleuger stehen, teilte die UNO am Montag in New York mit.

Die 15 Diplomaten werden vom 31. Oktober bis 8. November außer der Hauptstadt Kabul auch die Orte Herat, Kandahar und Masar-i-Sharif besuchen. Hauptanliegen der Reise sei es, "Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheitslage und zur Ausweitung der ISAF-Operationen zu erkunden", sagte US-Botschafter John Negroponte, der Präsident des Rates für den Monat Oktober.

Deutschland rechnet mit Ausweitung des Mandats

Die deutsche Regierung rechnet in den nächsten Tagen mit der Entscheidung der NATO zur Ausweitung des ISAF-Mandats. Der NATO-Beschluss sowie ein Mandat der UNO zur Ausdehnung der ISAF-Aktivitäten über Kabul hinaus sind Voraussetzungen dafür, dass der Bundestag über die Entsendung eines Wiederaufbauteams ins nordafghanische Kundus entscheiden kann.

Schah dementiert Gerüchte über Exilgang

Der ehemalige König von Afghanistan, Zahir Schah (88), will weiter in Kabul bleiben. In einem Interview mit der römischen Zeitung "La Repubblica" dementiert er Berichte, er wolle seine Heimat wieder verlassen. "Ich muss das ganz klar zurückweisen. Ich bleibe in Kabul." Das Land brauche ihn.

Zahir Schah war im April 2002 nach 29 Jahren Exil in Rom heimgekehrt. "Der Spiegel" berichtet in seiner neuesten Ausgabe unter Berufung auf einen deutschen Kommandanten in Kabul, der Ex-Monarch wolle Kabul wieder verlassen, weil die neue Verfassung keine Rolle mehr für ihn vorsehe. (APA/dpa) 

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