Schanghai sinkt

12. Oktober 2003, 19:35
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Hohe Zahl von Wolkenkratzern drückt einzelne Stadtteile jährlich bis zu drei Zentimeter in den Boden

Peking - Schanghai, die größte Stadt Chinas, sinkt jährlich um 1,5 Zentimeter ab. Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag meldete, ist diese Entwicklung Anlass für die Stadtverwaltung, den Bau weiterer Hochhäuser zu begrenzen.

Der Bericht beruft sich auf eine Studie des Schanghaier Geologischen Institutes, welches herausfand, dass der Boden in der chinesischen Metropole unter dem Gewicht der 3.000 Bauwerke mit mehr als 18 Stockwerken stetig absinkt. Unter dem Druck der Wolkenkratzer seien im Vorjahr sogar einzelne Stadtteile um bis zu drei Zentimeter abgesunken, hieß es.

Neue Regelungen notwendig

Die Hochhäuser verursachten zudem, wie in anderen Städten auch, spezifische Windverhältnisse und verstärkten - abgesehen von den technischen Problemen - die Überbevölkerung in der 15-Millionen-Stadt, berichtete Xinhua weiter. Die Stadtplaner von Schanghai seien nun dabei, neue Regelungen zu entwerfen, die den Bau weiterer Hochhäuser begrenzen und mehr Platz für Parkanlagen und öffentliche Flächen vorsehen sollen, zitierte Xinhua Verwaltungssprecher Jiang Lan.

Bereits in den dreißiger Jahren wurde in Schanghai mit dem Bau erster Hochhäuser begonnen. Zu einem Bauboom kam es in den neunziger Jahren, wobei viele der alten niedrigen Häuser durch Wolkenkratzer ersetzt wurden. Mittlerweile stehen in der Metropole mehr als 100 Bauwerke mit einer Höhe von über 100 Metern, darunter auch das höchste Gebäude Chinas, der mit 88 Stockwerken und 425 Meter hohe Jinmao-Turm. (APA/AP)

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