Belgacom-Börsengang beschert SingTel profitablen Abschied

13. Oktober 2003, 10:29
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Verkauf des Zwölf-Prozent-Anteils bringt Milliardengewinn

Singapore Telecommunications, kurz SingTel, nutzt den Börsengang des belgischen Telekomkonzerns Belgacom zum profitablen Abschied aus Europa. Asiens größter Telekomkonzern werde mit dem Verkauf seiner 12,15-prozentigen Beteiligung einen Gewinn von 1,5 Milliarden Singapore Dollar (751,4 Millionen Euro) einfahren, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). SingTel wolle zwar die Auswirkungen des IPO derzeit nicht kommentieren, dennoch sei es wahrscheinlich, dass der Konzern die Gelegenheit nutzen werde, um seine Schulden zu senken.

Ausstieg

Ein Verkauf der Belgacom-Aktien würde das Ende des europäischen Engagements von SingTel bedeuten. 1996 zahlte der asiatische Konzern gemeinsam mit Singapore Press 900 Millionen Singapore Dollar für einen 13,5-Prozent-Anteil. Mit dem erwarteten Gewinn soll der Schuldenberg von 8,2 Milliarden Singapore Dollar (4,1 Milliarden Euro) um 18 Prozent reduziert werden, so das WSJ. Auch eine Konzentration auf das Geschäft in Asien sei möglich. So seien die Gespräche um die Erhöhung der Beteiligung an der zweitgrößten Telekomfirma der Philippinen, Globe Telecom, wieder aufgenommen worden. Die Deutsche Telekom will ihren Anteil von 24,8 Prozent verkaufen. Bisher konnte man sich nicht auf einen Preis für das auf 450 Millionen Dollar geschätzte Paket einigen. Zurzeit hält SingTel 29,1 Prozent an Globe Telecom.

Pläne

Wie vergangenen Freitag bekannt wurde will der belgische Staat, Mehrheitseigentümer mit 50 Prozent plus einer Aktie, im kommenden Jahr 35 Prozent von Belgacom an die Börse bringen. Der IPO hat damit einen Wert von 3,5 Millionen Euro. SingTel betreibt zurzeit Telekomunternehmen in sechs asiatischen Ländern (Singapore, Australien, Thailand, Indonesien, Indien und den Philippinen). (pte)

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