Mandl - ein Tormann in der Defensive

16. Oktober 2003, 19:01
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Austrias Vizepräsident Andreas Rudas kritisiert den Torhüter und schützt Trainer Löw - Österreichs Teamgoalie ist von seinen Vorgesetzten enttäuscht

Wien - Die Austria verliert ein Spiel durch mehrere individuelle Fehler in Bregenz 2:4, vergrößert den Abstand zu Rapid (1400. Bundesligasieg, 1:0 über Salzburg) auf sieben Punkte und sorgt in gewohnter Weise für öffentlichen Gesprächsstoff. Austrias Vizepräsident Andreas Rudas kritisierte Torhüter Thomas Mandl, der sich "zwei Fehler geleistet" habe, unter anderem ließ er ein Freistoßtor zum 2:3 zu. Mandl reagierte gestern enttäuscht. Mandl: "Wir hatten eine Aussprache, da haben sie gesagt, dass wir das intern regeln. Und dann gehen der Vizepräsident und der Trainer Löw gleich in die Zeitung."

Mandl kündigte an, nach dem Länderspiel am Samstag, "wo ich hoffentlich spielen werde", das Gespräch mit Löw und Rudas suchen zu wollen. Er weist darauf hin, dass er gerade in den vergangenen Wochen einige Male der Mannschaft die Punkte gerettet habe, in zehn Partien (gegen Sturm auswärts pausierte er) erhielt er sieben Tore, jetzt in einem vier. Immer noch sei er der Torwart mit den wenigsten Gegentreffern der Liga (Teamkollege Helge Payer von Rapid hält bei 13). In den vergangenen drei Wochen war er zweimal Tormann der Runde, in 65 Partien en suite (Ausnahme Sturm auswärts) war er der operative Tormann der Austria. "Ich kann mir in 64 Spielen nicht wirklich was vorwerfen. Jetzt können sie mir wegen einem Tor nicht alles absprechen."

"Löw steht völlig außer Diskussion"

Rudas wiederum will "keineswegs Mandl infrage stellen, er ist ein sehr guter Tormann. Andere Spieler wie Verlaat, Janocko, der uns viele Spiele und die Meisterschaft gerettet hat, oder Vastic dürfen kritisiert werden. Aber Flögel und Mandl nicht. Warum? Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit stehen und von ihr leben, müssen sich öffentliche Kritik gefallen lassen. Diesmal hat er zwei Fehler gemacht. Janocko darf sich nicht so leicht überspielen lassen, Wagner muss das Tor beim 2:2 machen. Aber Mandl hat Fehler gemacht, auch schon vorher, und er hat eine Schwäche bei Flanken." Rudas will und wird, so sagt er, keine Trainerdiskussion zulassen. "Löw steht völlig außer Diskussion. Wir müssen endlich in Ruhe arbeiten. Zumindest intern."

Löw nahm die beiden schattenhaften Gestalten Vastic und Janocko vorzeitig raus, kritisierte sie heftig ("Was einige an Unkonzentriertheiten gezeigt haben, kann ich nicht nachvollziehen"). Bregenz' Trainer Regi van Acker relativierte die Einschätzung von Rudas (der nicht in Bregenz war) von der guten Leistung der Austria. Van Acker: "Die Austria kam nur dadurch wieder heran, dass wir vor der Pause dumm waren. Es war die Gelegenheit da, den Meister mit 4:0 oder 5:0 nach Hause zu schicken." (DER STANDARD, Printausgabe, Montag, 6. Oktober 2003, josko)

  • Torhüter Mandl macht nicht immer den sichersten Eindruck.

    Torhüter Mandl macht nicht immer den sichersten Eindruck.

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