Grapscher Arnie?

6. Oktober 2003, 18:46
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Insgesamt 15 Frauen behaupten Übergriffe des Filmstars und Gouverneurs-Kandidaten

Sacramento - Die Serie von Vorwürfen wegen angeblicher sexueller Belästigung gegen den republikanischen Kandidaten für die kalifornische Gouverneurswahl, Arnold Schwarzenegger, geht weiter. In der Los Angeles Times (Sonntagsausgabe) berichten vier weitere Frauen von Übergriffen durch den Filmstar in den Jahren 1979 bis 2000. Damit haben bisher insgesamt 15 Frauen angegeben, Schwarzenegger habe sie begrapscht beziehungsweise bedrängt. Der Sprecher von Schwarzenegger, Sean Walsh, wies die Darstellungen von drei Frauen als unwahr zurück. An den vierten Vorfall in einem Fitness-Center in Venice in Kalifornien könne sich der Star nicht erinnern.

Die heute 46-jährige Tamee Smith schilderte gegenüber der Zeitung, wie Schwarzenegger ihr am Rande von Dreharbeiten zum Film "Predator" im Jahr 1987 in die Toilette gefolgt sei und sie gepackt habe. Er habe sie bedrängt und unter anderem gesagt, "ich möchte wissen ob deine Brüste echt sind", während sie versucht habe, sich loszumachen und ihn mit "Nein, Nein" abzuwehren. Erst als sie begonnen habe von Maria Shriver, seiner Ehefrau, zu reden habe er sie losgelassen.

Die heute 45-jährige Elizabeth Rothner sagte der "Los Angeles Times", Schwarzenegger habe ihr 1979 in einer Bar in Santa Monica das T-Shirt halb ausgezogen und dadurch ihre Brüste entblößt. Sie habe ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Heaven" (Himmel) getragen, Schwarzenegger sei quer durch das Lokal auf sie und eine Gruppe von Freunden zugegangen und habe ihr T-Shirt hochgezogen. Eine weitere Frau, die aus Furcht vor beruflichen Konsequenzen in der Filmindustrie nicht genannt werden wollte, gab an, der Filmstar habe sie im Jahr 2000 in einem Studio in Los Angeles gepackt und mehrere Male auf den Po geschlagen.

Schwarzeneggers republikanischer Mitbewerber Tom McClintock erklärte am Sonntag gegenüber CNN, er sei sowohl vom Inhalt der Vorwürfe als auch über den Zeitpunkt wenige Tage vor den Wahlen "besorgt". Würden nur eine dieser Anschuldigungen gegenüber einem Lehrer gemacht, so müsse dieser mit einer Suspendierung und Untersuchung rechnen. Allerdings gebe ihm auch zu denken, wie knapp vor den Wahlen am Dienstag die Berichte bekannt wurden, sagte McClintock, der in Umfragen an dritter Stelle hinter Schwarzenegger und dem demokratischen Kandidaten Cruz Bustamante liegt.

Schwarzenegger habe offenbar eine "Dr. Jekyll und Mr. Hyde"-Persönlichkeit, sagte der Parteichef der kalifornischen Demokraten, Art Torres. Gegenüber seiner Frau Maria Shriver und seiner Familie präsentiere er sich als guter Ehemann und liebevoller Familienvater, während er sich bei Dreharbeiten offenbar anders benommen habe. Der demokratische Gouverneur Gray Davis sagte, Schwarzeneggers Verhalten könnte möglicherweise strafrechtlich relevant sein. Daher solle man einen Mann, der möglicherweise ein Verbrechen begangen habe, nicht zum Gouverneur wählen. (APA)

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