Der User als Kameramann

12. Oktober 2003, 20:28
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Wie aus einem Regisseur ein Webdesigner und Modeschöpfer wurde

Eigentlich wollte Alex Hörner Regisseur werden. Jetzt ist er Webdesigner und Modeschöpfer. So schnell kann sich ein Karriereplan ändern. Der Grund dafür: eine Website, die er im Zuge der Diplomarbeit an der Fachhochschule Salzburg, Studiengang MultiMediaArt, entwickelte. Sie wurde zuletzt mit einem Förderpreis bei der Verleihung des Staatspreises für Multimedia und E-Business bedacht.

Alex Hörner machte es sich bei der Gestaltung der Site nicht einfach: Er kreierte gemeinsam mit einem Team die Prototypen einer eigenen Modelinie. Daraufhin drehte er, wie es sich für einen, der gern Regisseur werden möchte, gehört, mehrere Kurzfilme. Die Hauptdarsteller waren Models, die die Kollektion vorführten. Schließlich integrierte er die bewegten Bilder in die Navigation der Website. Wer auf www.alexhoerner.com surft, merkt schnell, dass man mit dem Cursor die Filme weiterspulen kann, wenn man ihn von einem Rand des Bildes zum anderen bewegt. Der User sieht das Geschehen dabei aus der Kameraperspektive und gelangt Schritt für Schritt zu den einzelnen Stationen der Site.

Hörner liegt damit vielleicht nicht ganz im Trend der Produktpräsentationen im Web, die nach dem Motto "möglichst einfach" gestaltet werden. Aber: "Ich wollte dem User nicht alles vorkauen und ihn zum Mitmachen bewegen." Der Jury hat es gefallen, sie hat die Navigation als "extrem innovativ" bezeichnet.

Der nächste große Karriereschritt ist spätestens für die Herbst-Winter-Saison 2005/ 2006 geplant - und natürlich wieder mit einigem Aufwand verbunden. Hörner will dann die gerade vorgestellte Modekollektion endlich auf den Markt bringen. Derzeit schreibt er noch die Businesspläne dafür. Die braucht er für jede Karriereoption. (pi/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. 10. 2003)

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