"UFO"-Experiment in Deutschland

9. Oktober 2003, 19:25
2 Postings

Miniatur-Heißluftballone auf die Reise geschickt, um optische Wirkung zu testen

Heilbronn - Mit "falschen UFOs" haben Wissenschafter in der Nacht auf Sonntag bei Heilbronn (Baden-Württemberg) versucht, das geheimnisvolle Phänomen der "fliegenden Untertassen" zu entzaubern. "Es gibt Sachen, die man auf den ersten Blick nicht erklären kann. Doch meist stecken ganz banale Dinge dahinter", sagte Werner Walter vom Centralen Erforschungsnetz Außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP/Mannheim).

Er warnte davor, unerklärliche Himmelserscheinungen vorschnell als "Besuch von Außerirdischen" zu werten. Es werde vergessen, dass "U.F.O." für "unidentifiziertes Flug-Objekt" und nicht für "außerirdische Raumschiffe mit Aliens" stehe.

Optische Wirkung

Bei ihrer Tagung in Heilbronn hatten die UFO-Phänomen-Experten sieben Miniatur-Heißluftballone in die Luft steigen lassen. Die 1,50 Meter mal 1,80 Meter großen Flieger aus Drachenpapier schwebten rund 15 Minuten und verbreiteten nach CENAP-Angaben einen "orange-roten, unheimlichen Schein". "Das war schon fast wie Hollywood. Leute aus dem Ort liefen zusammen und staunten", erzählte Walter. Durch den Wind hätten die "UFOs" scheinbar Formationsflüge gebildet. "Es bildete sich ein großes V am Himmel, dann wieder eine Kette", beschrieb Walter. "Aus der Ferne wirkte es wie intelligent gesteuert."

Doch nicht zum Staunen, sondern zum rationalen Denken wollten die Forscher die Zuschauer animieren. Den ganzen Sommer über habe es "UFO"-Alarme in der "UFO"-Meldezentrale in Mannheim gegeben. Dabei sei es in den meisten Fällen nur der ungewohnt deutliche Anblick des Planeten Mars gewesen. Anfang September habe eine übergroße Sternschnuppe für Anrufe bei CENAP gesorgt. "Wir wollen einen Einblick in das Phänomen bieten, jenseits von dem, was in der Klatschpresse steht", erklärte Walter. (APA/dpa)

Share if you care.