"Schwedische Polizisten sind einfach zu bestechen und billig"

13. Oktober 2003, 15:32
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Schwedische Boulevardpresse bezahlt Polizei für Informationen

Die schwedische Tageszeitung "Dagens Nyheter" beschuldigt die Boulevardpresse des Landes, Polizisten für Informationen aus Ermittlungen zu bezahlen. In seiner Sonntagsausgabe schreibt "Dagens Nyheter" unter Berufung auf mehrere Quellen, die beiden führenden Boulevardzeitungen des Landes, "Aftonbladet" und "Expressen" würden schon seit längerem systematisch pro Tipp der Polizei zwischen 500 Kronen (55,6 Euro) und einigen tausend Kronen aus geheimen Kassen bezahlen.

"Einfach zu bestechen und billig"

Der ehemalige Chefredakteur von "Expressen", Olle Wästberg, bestätigte gegenüber "Dagens Nyheter" einen derartigen Usus. Mehrere Mal pro Monat würden derartige Beträge als "normaler Teil der Polizeikontakte" an Schlüsselpersonen innerhalb des Polizeiapparates ausbezahlt. "Schwedische Polizisten sind einfach zu bestechen und billig", sagte Wästberg in dem Artikel.

Die Enthüllungen in "Dagens Nyheter" stehen im Zusammenhang mit der Mediendebatte, die rund um die Berichterstattung über den Mord an Außenministerin Anna Lindh am 10. September in Schweden entflammt ist. Vor allem die beiden großen Boulevardblätter überboten sich in den Wochen nach dem Mord täglich mit neuem Insiderwissen aus Polizeikreisen. (APA)

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