Michael Dichand "bereit, WAZ-Anteil zu kaufen"

18. Oktober 2003, 10:05
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"profil": Aussagen über Balkan-Geschäfte der WAZ "hochgekocht"

Michael Dichand, Sohn von "Krone"-Chef Hans Dichand, kann eigenen Aussagen zufolge "jederzeit 50 Prozent der 'Kronen Zeitung' kaufen", wie er im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "profil" sagt. Er sei bereit, den 50-prozentigen Anteil der WAZ-Gruppe am Kleinformat zu übernehmen. Die andere Hälfte der "Krone" liegt bei Hans Dichand.

"Jederzeit bereit"

Er sei "jederzeit bereit, den WAZ-Anteil zu kaufen". Das Geld dafür "habe ich", so Michael Dichand. "Das brauche ich ja Ihnen nicht beweisen. Ich brauche es nur dem zu beweisen, der mir diesen Anteil verkaufen kann. Von wem ich das Geld habe, werde ich Ihnen sicher nicht erzählen."

Dichand senior und die WAZ liefern sich seit Monaten einen erbitterten Kampf um die "Kronen Zeitung". Ausstiegspläne des deutschen Medienkonzerns, der seit 1987 beteiligt ist und auch am "Kurier" Anteile hält, scheinen allerdings unwahrscheinlich. Zuletzt gipfelte der Streit in der Ankündigung der WAZ, Dichands Abberufung als Hauptgeschäftsführer vor einem Schweizer Schiedsgericht zu beabsichtigen.

"Balkan-Mafia"

Ausgelöst wurde die jüngste Eskalation durch Aussagen Michael Dichands, wonach die WAZ in Südosteuropa in Geschäfte mit der "Balkan-Mafia" verwickelt sei. Diese Aussagen seien "hochgekocht" worden, sagt Michael Dichand nun im "profil". Primär sei ihm "Ökostrom" ein Anliegen, was auch in dem Interview - mit dem Medienfachmagazin "Der österreichische Journalist" - gestanden sei. "Herr Hombach und die WAZ waren nur ein Nebensatz." An anderer Stelle betont er: "Ich habe mit der "Krone" an sich nichts zu tun. Ich bin dort nicht beschäftigt."

"Mein Vater mischt sich schon lange nicht mehr in mein Leben ein"

Mit seinem Vater habe er nicht über das Interview gesprochen, "weil ich nicht das Risiko eingehen will, dass er mir etwas verbietet". Ein Vorwurf der WAZ lautet ja, dass Dichand senior sehr wohl informiert war, dass sein Sohn die nach Ansicht der Deutschen verleumderischen und rufschädigenden Aussagen tätigen werden. Dazu Michael Dichand: "Mein Vater mischt sich schon lange nicht mehr in mein Leben ein. Das wär ja auch ein bissl seltsam."

Die Familie Dichand werde in den Medien jedenfalls "nicht sehr sympatisch" dargestellt, beklagt Michael Dichand. "Wenn ich Pipsi Huber hieße und dasselbe gesagt hätte, würde kein Mensch über mich reden." (APA)

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