Genetik des Pankreastumors lässt auf neue Therapieansätze hoffen

4. Oktober 2003, 23:32
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Onkologische Jahrestagung zum Thema Krebsforschung in Vorarlberg

Bregenz - Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreas-Karzinom) stand im Mittelpunkt der onkologischen Jahrestagung zum Thema Krebsforschung am Samstag im Landeskrankenhaus Feldkirch in Vorarlberg. Die Experten waren sich einig, dass Fortschritte vor allem durch ein besseres Verständnis der molekularen Genetik des Pankreaskarzinoms zu erwarten sind. Den Abschluss der Tagung bildete ein Rückblick auf erfolgreiche zehn Jahre Krebshilfe Vorarlberg.

In Österreich erkranken jährlich rund 1.200 Personen an Pankreaskarzinom, in Vorarlberg sind es 30 bis 35, erklärte der Organisator der Tagung, Primarius Gerhard Zimmermann. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs zähle auch heute noch zu den am schwierigsten zu therapierenden Tumoren. Die Diagnose des Pankreaskarzinoms werde oft sehr spät gestellt, weil der Krebs meist ohne erkennbare Symptome verlaufe. Da die Metastasierung sehr früh erfolge, sei eine totale Entfernung des Tumors leider nur selten erfolgreich. Auch eine Teiloperation der Bauchspeicheldrüse bringe nur vorübergehend Erleichterung, legten die Oberärzte Anton Haid und Alois Lang in ihren Vorträgen dar.

Voroperative Therapie

Prof. Dr. Michael Gnant von der Universitätsklinik Wien sprach über aktuelle Fortschritte im Verständnis der molekularen Genetik des Pankreaskarzinoms. Er zeigte sich optimistisch, dass in Zukunft Medikamente, die die Vorgänge in der Krebszelle beeinflussen, zusammen mit Chemotherapie und Operation effizient eingesetzt werden können. Eine voroperative Therapie mittels Strahlen oder Chemotherapie führe ebenfalls zu Optimierungen in der Behandlung des Pankreastumors. Zur Abklärung und Diagnosefindung dieses besonders bösartigen Karzinoms dienen die Anamnese (Krankengeschichte), verschiedene Ultraschalluntersuchungen, Computertomographie und eine Magnetresonanztomographie (MRI). Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen.

1992 wurde in Vorarlberg die erste psychoonkologische Beratungsstelle Österreichs durch den Verein Krebshilfe Vorarlberg eingerichtet, eine Dipl. Sozialarbeiterin und eine Psychotherapeutin angestellt. Seit 1994 bietet der Verein Gruppen für Erkrankte und Angehörige in verschiedenen Regionen des Landes an. Die Arbeit in der Beratungsstelle drehe sich vor allem um Fragen, Ängste, Veränderungen oder Belastungen, die durch Krebserkrankungen ausgelöst oder verstärkt werden, resümierte die Leiterin der Institution, Dietlinde Baldauf. "Diese Hilfestellungen sind für Betroffene ein wichtiger Anhaltspunkt, wenn sie nach der Diagnose Krebs einen "Sturz aus der normalen Wirklichkeit" erleben". Im Jänner 2003 konnte die Krebshilfe Vorarlberg eine weitere Zweigstelle in Bludenz eröffnen. (APA)

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