Versöhnungstag Yom Kippur weckt Erinnerungen an Krieg

7. Oktober 2003, 22:31
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Arabischer Überraschungsangriff gegen Israel vor 30 Jahren

Jerusalem - Bei den Feiern in Israel zum Versöhnungstag Yom Kippur wird am Sonntag zugleich des Beginns des vierten arabisch-israelischen Krieges vor genau 30 Jahren gedacht. Der Feiertag Yom Kippur wird am zehnten Tag des jüdischen Monats Tishri begangen. Nach dem gregorianischen Kalender fällt er in den September oder in die erste Oktoberhälfte. Yom Kippur ist der Höhepunkt der zehn Bußtage, die mit Rosh Hashana, dem Neujahrsfest, beginnen.

Yom Kippur und Rosh Hashana sind die höchsten jüdischen Feiertage. Ursprünglich stand Yom Kippur in Zusammenhang mit einer Versöhnungszeremonie im Tempel, bei der die Sünden des Volkes in einem symbolischen Akt auf einen Bock übertragen wurden. Von dem im alten Testament (3.Mose16) erwähnten Ritual stammt der Begriff "Sündenbock".

An Yom Kippur steht normalerweise das ganze Land still. Kein Geschäft ist geöffnet, kein Auto fährt, sogar die Medien stellen für 24 Stunden ihren Betrieb ein. An diesem Tag soll jeder Friede mit denen schließen, mit denen er im Streit lag. Fromme Juden essen oder trinken zu Yom Kippur nichts.

1973 fiel Yom Kippur auf den 6.Oktober. An diesem Tag starteten Ägypten und Syrien einen Überraschungsangriff auf die israelischen Besatzungstruppen. Grund war die Weigerung Israels, die während des dritten israelisch-arabischen Sechstagekrieges 1967 besetzten arabischen Gebiete aufzugeben. Syrische Soldaten stießen auf die Golanhöhen vor, ägyptische Truppen auf die von Israel bis zum Suezkanal besetzte Sinai-Halbinsel.

Landgewinne

Die syrische Armee erzielte zunächst mit jordanischer Unterstützung einige Landgewinne, wurde nach fünf Tagen jedoch zurückgedrängt. Etwas später warfen israelische Truppen auch die etwa zehn Kilometer in den Sinai eingedrungene ägyptische Armee zurück. Obwohl die israelische Armee letztlich siegreich war, zerstörte der bis zum 25. Oktober 1973 dauernde Yom-Kippur-Krieg den Mythos von der Unbesiegbarkeit Israels.

Bei den Israelis hinterließ der bewaffnete Konflikt - nach dem moslemischen Kalender auch Ramadan- oder Oktoberkrieg genannt - ein Trauma. 2700 israelische Soldaten wurden damals getötet. Fünf Jahre später schloss der damalige israelische Regierungschef Menachem Begin mit dem früheren ägyptischen Präsidenten Anwar el Sadat in Camp David in den USA einen Friedensvertrag, den ersten dieser Art mit einem arabischen Land.(APA)

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