Verwirrung um Entdeckung französischer Raketen im Irak

7. Oktober 2003, 11:46
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Polnische Soldaten fanden Geschosse - Chirac intervenierte

Warschau/Bagdad - Berichte über den Fund vier französischer Boden-Luft-Raketen im Irak haben am Samstag für Verwirrung gesorgt. Polnische Soldaten entdeckten die Geschosse vom Typ Roland Anfang der Woche im Süden des Iraks und zerstörten sie anschließend. Die polnische Regierung korrigierte nach einer Intervention des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac jedoch Angaben, wonach die Raketen in diesem Jahr produziert worden seien.

UN-Sanktionen verbieten seit 1990 den Verkauf von Waffen in den Irak. Die französische Regierung betonte, Frankreich habe sich an das Embargo gehalten. Präsident Chirac verwies darauf, dass die betreffenden Waffen seit 15 Jahren nicht mehr hergestellt würden. Frankreich gehörte in den 80er Jahren zu den Waffenlieferanten des Iraks.

Tadeusz Iwinski, ein Mitarbeiter des polnischen Ministerpräsidenten Leszek Miller, sprach von einem Irrtum. Auch Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski äußerte sein Bedauern über die Erklärung eines Ministeriumssprechers, wonach die gefundenen Raketen 2003 gebaut worden seien. Iwinski sagte, Miller habe Chirac am Rande des EU-Verfassungsgipfels in Rom am Samstag zwei Mal getroffen, um ihm den Irrtum zu erklären. "Fälschlicherweise wurde erklärt, dass die Raketen in diesem Jahr produziert worden seien", sagte Iwinski. Die Sache sei jetzt geklärt, und Chirac habe die Erklärung Millers akzeptiert. (APA/AP)

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    Polnische Soldaten zerstörten die Raketen vom Typ Roland

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