Algerischer Präsident Bouteflika ernennt sieben neue Minister

7. Oktober 2003, 14:25
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Als Reaktion auf Machtkampf im nordafrikanischen Staat

Algier - Der algerische Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika hat am Wochenende sieben neue Minister ernannt. Er ersetzte damit am Samstag jene Kabinettsmitglieder, die im Machtkampf zwischen ihm und dem ehemaligen Ministerpräsidenten Ali Benflis unter Protest zurückgetreten waren.

Benflis, Führer der ehemaligen Regierungspartei Nationale Befreiungsfront (FLN), ist seit Freitag offiziell Kandidat für die Präsidentschaftswahl im kommenden April. Das Innenministerium hatte versucht, den FLN-Sonderparteitag zu verbieten. Bouteflika, der ebenfalls der FLN angehört, hat seine Kandidatur noch nicht erklärt.

Einstige Verbündete

Beide Politiker waren einst Verbündete. Benflis organisierte 1999 den Wahlkampf Bouteflikas. Damals zogen sechs Bewerber unter Manipulationsvorwürfen in letzter Minute ihre Kandidatur zurück, so dass nur noch Bouteflika antrat. Im April wurde er als Regierungschef entlassen.

Die Tageszeitung "El Watan" bezeichnete den Machtkampf der beiden Politiker als "neue politische Tragödie" für Algerien, die erneut zu Bürgerkrieg führen könnte. Seit 1992 führen Regierungstruppen einen unerbittlichen Kampf gegen islamistische Aufständische. Damals stand eine fundamentalistische Partei unmittelbar vor dem Sieg in der ersten Mehrparteienwahl in der früheren französischen Kolonie. Die Streitkräfte stoppten die Abstimmung. (APA/AP)

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