Demel soll neuer Fiat-Chef werden

8. Oktober 2003, 18:16
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Laut Medienberichten soll der 49-jährige Magna-Steyr-Chef ab 2004 den angeschlagenen Autohersteller leiten - Magna: "Nur ein Gerücht"

Hamburg/Graz - Magna-Steyr-Chef Herbert Demel (49) soll nach Medienberichten Anfang 2004 die Führung des angeschlagenen italienischen Autoproduzenten Fiat übernehmen. Demel solle den derzeitigen Fiat-Auto-Chef Giancarlo Boschetti ablösen, berichteten die Fachzeitung "Automotive News Europe" und "Der Spiegel". Demel war früher Chef von Audi und VW Brasilien.

Demel ist seit einem Jahr Chef von Magna Steyr, der europäischen Sparte des kanadischen Autozulieferers Magna International. Ein Sprecher der Magna Steyr AG (Oberwaltersdorf bei Wien) sagte am Sonntag, er wisse nichts von einem Wechsel Demels nach Italien. "Auch für mich ist das derzeit nur ein Gerücht". Fiat hatte zuvor einen Kommentar abgelehnt.

Rudas: Kein Kommentar

Am Freitag hatte Unternehmenssprecher Andreas Rudas gegenüber der APA gesagt: "Zu Gerüchten nehmen wir grundsätzlich keine Stellung." Allerdings sei man stolz, dass "unsere Manager für Spitzenpositionen bei Top-Unternehmen im Gespräch sind", so Rudas.

Über den möglichen Einstieg des Magna Steyr-Chefs Demel als Geschäftsführer bei Fiat hatte die amerikanische Fachzeitschrift "Automotive News" berichtet. Aus der Unternehmenszentrale von Fiat sind Gerüchte über mögliche Kandidaten für die Nachfolge von Gianfranco Boschetti noch nie kommentiert worden. Boschetti wird in den kommenden Monaten seinen Posten in der Führung der finanziell angeschlagenen Autogruppe verlassen. Demel, der seit Herbst 2002 Chef von Magna-Steyr ist, gilt laut einem Bericht der Fachzeitschrift "Automotive News" als aussichtsreichster Kandidat.

Fiat sucht nach "praktikablen Möglichkeiten"

Erst vor kurzem war bekräftigt worden, dass Boschetti in den nächsten Monaten aus Altersgründen sein Amt niederlegen werde und Fiat sich nach "praktikablen Möglichkeiten" umschaue. Bisher wurde der frühere Ford-Europachef Martin Leach als Kandidat für den Job gehandelt. Inzwischen habe Fiat aber die Hoffnung aufgegeben, dass Ford Leach aus seinem Vertrag entlässt, der ihm für zwei Jahre die Arbeit bei Konkurrenten verbietet.

Laut "Spiegel" hat Demel im Sommer eine Fiat-Offerte zunächst abgelehnt. Erst als die Italiener ihm weitgehende Eigenregie bei der Wiederbelebung der Turiner Traditionsmarke zusicherten, habe Demel eingewilligt.

"Ideale Wahl"

Demel sei "die ideale Wahl für Fiat Auto", schrieb "Automotive News Europe". Er gelte als Automanager mit Gespür für Marken und Modelle. Demel hatte die brasilianische VW-Sparte als Präsident durch die schwere Wirtschaftskrise des Landes in den späten 90er Jahren geführt.

Demel, ein gebürtiger Wiener, hatte 1984 bei Bosch angefangen. 1990 kam er zu Audi nach Ingolstadt und wurde dort 1994 Chef. 1997 wechselte er VW do Brasil und im Oktober 2002 zu Magna Steyr. Bei Magna Steyr sei Demels Aufgabe vornehmlich gewesen, die Produktion zu erhöhen, um der steigenden Nachfrage für Mercedes-Benz und Chrysler- Modelle sowie für den X3-Geländewagen von BMW nachzukommen. (APA/dpa)

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    Magna-Steyr-Praesident Herbert Demel soll neuer Fiat-Chef werden.

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