Penaten-Creme wird nicht vom Markt genommen

9. Oktober 2003, 14:23
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"Johnson & Johnson" zieht Ankündigung einer Rückrufaktion zurück - Kein Risiko für Konsumenten - Greenpeace protestierte wegen "bedenkliche Konservierungsstoffe"

Salzburg - Die Kosmetik-Firma "Johnson & Johnson" werde die von Greenpeace kritisierte Penaten-Babycreme nicht vom Markt nehmen, erklärte der Geschäftsführer Johannes Pattermann am Samstag. Ein Mitarbeiter der Firma habe am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien die Öffentlichkeit fälschlicherweise von der Rückholaktion informiert. Den umstrittenen Konservierungsstoff Methyldibromo Glutaronitril (MDGN) habe die EU Kommission erst ab Mai 2005 verboten, argumentierte Pattermann.

"Kein Risiko"

"Die korrekte Information lautet, dass die Penaten Pflegecreme kein Risiko für Konsumenten darstellt und daher nicht vom Markt genommen wird", betonte Pattermann. Die Europäische Kommission (EU) habe die Hersteller dazu aufgefordert, MDGN bis Mai 2005 aus ihren Creme-Produkten zu nehmen. In Hinblick auf diese neue Regelungen werde das Produkt derzeit geändert und nach ausreichenden Tests zumindest ein Jahr vor dem Termin neu formuliert am Markt erhältlich sein.

Während der vergangenen zwei Jahre seien über fünf Millionen Stück der Penaten Pflegecreme verkauft worden. "Es wurde dabei nur ein einziger Fall einer bestätigten allergischen Reaktion bekannt, welche jedoch nicht auf den kritisierten Wirkstoff MDGN zurückzuführen ist", sagte der Geschäftsführer der "Johnson & Johnson GmbH" mit Sitz in Hallein (Tennengau).

Greenpeace spricht von "Risiko-Creme"

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte am Dienstag gegen die Verbereitung der "Risiko-Creme" vor dem Firmensitz in Hallein protestiert. Die 20 Umweltaktivisten erklärten, die "Penaten Baby Pflegecreme Gesicht und Körper" würde MDGN enthalten. Diese Substanz gelte als der am häufigsten Kontaktdermatitis verursachende Konservierungsstoff.

Überrascht von der Greenpeace-Aktion zeigte sich der Präsident der Österreichischen Dermatologischen Gesellschaft, der Allergologe Werner Aberer von der Universitäts-Hautklinik in Graz. In einem Schreiben an Nina Thüllen von Greenpeace Austria sprach Aberer von Aktionismus und meinte, "mit dieser Aktivität würde ich Sie als Hersteller wegen Kreditschädigung klagen". MDGN habe ein Sensibilisierungspotenzial, darüber gebe es keine Diskussion. (APA)

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