Kissinger sieht "fundamentale Differenzen" USA-Europa

6. Oktober 2003, 09:31
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Ex-US-Außenminister sieht in Europa "Kombination aus grüner Politik und Pazifismus" entstehen

Wien - Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger sieht "fundamentale Differenzen" zwischen den USA und Europa. Es habe sich ein neuer Wertekatalog entwickelt, erklärte Kissinger in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse". "Amerika hat sich mehr nach rechts von der Mitte bewegt" und in Europa entstehe wahrscheinlich eine "Kombination aus grüner Politik, Pazifismus und europäischer Identität", so der 80-jährige frühere Minister und Sicherheitsberater.

Trotz der Differenzen zwischen den USA und Europa glaubt Kissinger nicht, "dass sie in einer hässlichen Scheidung enden". "Aber wir müssen uns jetzt darum kümmern, dass wir Gemeinsamkeiten finden", fügte er hinzu. "Es gibt keine amerikanische Politik, die auf eine Spaltung Europas hinausläuft. In gewissem Sinn hat sich Europa selbst gespaltet", meinte Kissinger zu Aussagen von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über das "alte" Europa in Zusammenhang mit dem Irak-Krieg. (APA)

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    Henry Kissinger glaubt nicht an eine häßliche Scheidung

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