Drei Tote nach landesweiten Protesten

7. Oktober 2003, 11:46
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Ehemalige irakische Soldaten demonstrierten - Britische und US-Soldaten schossen in die Menge - Bis zu 25 Verletzte

Bagdad - Irakische Ex-Soldaten haben am Sonntag ihre Protestaktionen für die Auszahlung eines Übergangssolds fortgesetzt. Dabei gab es mehrere gewalttätige Zwischenfälle. Bei Zusammenstößen ehemaliger Soldaten und Koalitionstruppen wurden am Samstag in Basra und Bagdad drei Demonstranten erschossen und Dutzende verletzt. In der südirakischen Stadt Basra feuerten britische Truppen am Sonntag mit Gummigeschossen auf Demonstranten, die Steine warfen und Reifen in Brand setzten.

40 Dollar Sold

Sechs Personen wurden am Sonntag in Basra festgenommen, wie Militärsprecher Major Charlie Mayo berichtete. Die Unruhen hätten begonnen, nachdem Vertreter der US-Verwaltungsbehörde und der Polizei den Ex-Soldaten am Sonntagfrüh erklärt hätten, dass sie ihre 40 Dollar (34,2 Euro) Sold nicht erhalten würden. Demonstranten hätten bei Protestaktionen am Vortag die Liste mit den Namen der Empfänger verbrannt. Die ehemaligen Soldaten seien aufgebracht gewesen, dann aber nach Hause gegangen.

Auch in Bagdad versammelten sich erneut hunderte frühere Soldaten vor einem US-Stützpunkt, um für ihre Bezahlung zu demonstrieren. Polizeichef Hassan el Obeidi forderte sie auf, ein Komitee zu bilden und ihre Forderungen am Montag den Behörden vorzulegen.

Demonstranten erschossen

Die Unruhen am Samstag hatten vor einem US-Stützpunkt begonnen und sich dann in den Bezirk Mansur verlagert, wo die Randalierer Spirituosenländen plünderten und in Brand setzten. Ein irakischer Polizeioberst überzeugte die Demonstranten schließlich, sich in einer Reihe aufzustellen, damit sie ihren Sold erhalten könnten. Zwei Ex-Soldaten wurden in Bagdad getötet, ein weiterer wurde in Basra von britischen Soldaten erschossen. ie von den USA geführte Verwaltung hatte Ende Mai die Armee des Saddams aufgelöst. Sie hatte später zugesagt, den seit Kriegsende etwa 440.000 ehemaligen beschäftigungslosen Soldaten eine einmalige Abfindungen zu zahlen.

In Sadiyah, 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad, wurde am Samstag ein US-Soldat bei einem Angriff irakischer Rebellen getötet und ein weiterer Soldat verletzt. Damit wurden seit 1. Mai, als Präsident George W. Bush die Hauptkampfhandlungen im Irak für beendet erklärte, 88 US-Soldaten bei Angriffen getötet. (APA/AP/Reuters)

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    In Basra feuerten britische Soldaten am Sonntag mit Gummigeschossen auf Demonstranten

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