Proteste: Toilettenpapier und Kot

5. Oktober 2003, 19:45
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Nach gestriger Kot-Attacke Regierungssitz mit Toilettenpapier beworfen - Globalisierungskritiker blockierten Roms Innenstadt - Zusammenstöße mit der Polizei

Rom - Rund 200 Anhänger der globalisierungskritischen Bewegung "Disobbedienti" haben am Samstagvormittag vor dem Regierungssitz in Rom aus Protest gegen den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und die EU-Regierungskonferenz Toilettenpapier geworfen. Die Toilettenpapier-Rollen wurden gegen die Polizisten geschleudert, die vor dem Regierungssitz standen.

Protest gegen geplantes Drogengesetz

Die Aktivisten rauchten massenhaft Haschisch, um gegen ein Drogengesetzprojekt zu protestieren, mit dem das italienische Kabinett die Strafen für den individuellen Drogenkonsum verschärfen will. Bei der Demonstration kam es auch zu Gewalttätigkeiten mit der Polizei, die mit Knüppeln gegen die Demonstranten eingriffen.

Verkehr blockiert

In der Innenstadt wurde der Verkehr blockiert, während die in rot gekleideten Demonstranten Slogans gegen Berlusconis Mitte-Rechts-Regierung riefen. "Man kann kein Europa mit Berlusconis Vision aufbauen. Wir müssen ihn wegjagen", betonten die Demonstranten.

Kotattacke am Freitag

Die "Disobbedienti" hatten am Freitag drei Fässer Kot vor den römischen Wohnsitz Berlusconis geschüttet. Die Polizei konnte die rund 50 Anhängern der Bewegung "Disobbedienti" (Die Ungehorsamen) nicht daran hindern, die Fässer vor den prunkvollen Palast im Herzen der italienischen Hauptstadt auszuschütten.

"Berlusconi, weg von Europa!"

Die Demonstranten rollten ein Spruchband mit der Schrift "Berlusconi, weg von Europa!" aus. Zwei Polizeiautos und Anti-Terroreinheiten griffen ein, während sich ein unerträglicher Gestank verbreitete. Die Globalisierungsgegner zogen sich in die engen Gassen hinter dem Palast zurück. Die Strassen rund um die zentrale Piazza Venezia, in deren unmittelbarer Nähe sich der Berlusconi-Palast befindet, wurde abgeriegelt. In wenigen Minuten entstand ein Verkehrschaos, das die Innenstadt lahm legte. (APA)

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