Alles dreht sich in Pankls Hightech-Prüfstand

6. Oktober 2003, 17:30
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Der Rennsport- und Luftfahrtausrüster Pankl Racing Systems veredelt den Kapfenberger Standort um 8,5 Millionen Euro

Kapfenberg - Imola. Einmal eine Runde Schumi sein. Es rotiert und rumort gewaltig - unten im hochmodernen Prüfstand, wo die Spezialisten von Pankl Racing Systems ihre Simulationskünste am Beispiel zweier eingespannter "Halbachsen" demonstrieren. Prinzipiell, erläutert der Projektleiter dem STANDARD, könne man für jeden Kunden jede Strecke simulieren, sofern die Daten zur Verfügung stünden.

Sinn der Sache? Pankl liefert für eine Reihe von Motorsportserien (Cart, IRL, Nascar etc.) dynamische Hightech-Komponenten. Überall dort, wo es sich schnell drehen soll, sind die Steirer weltweit gefragt. Längst vertrauen über die Hälfte der Formel-1-Teams auf Hightech made by Pankl.

Rotorwellen für Hubschrauber

Neben Motorsport-Komponenten werden hier auch Rotorwellen für Hubschrauber gecheckt, die Anlage ist laut Eigenbekunden einzigartig auf der Welt. Der Prüfstand, in den bisher 2,2 Mio. Euro investiert wurden, ist Teil des Kompetenzzentrums für Fahrwerks- und Antriebssysteme, das der Rennsport- und Luftfahrtausrüster Pankl auf seinem Standort Kapfenberg errichtet und am Freitag offiziell eröffnet hat.

Um 8,5 Millionen Euro wurde seit August 2002 eine moderne Forschungs- und Fertigungsanlage errichtet, mit 4250 m² Produktionsfläche und viel Platz für künftige Expansion. 82 Arbeiter und 57 Angestellte sind "immer auf Highspeed", schildert ein Mitarbeiter die erforderliche Flexibilität: "Wenn was dringend ist, sind wir da." Es ist immer was dringend im Rennsport.

"Starker Margendruck"

Wenn es um rasend rotierende Hightech-Bauteile geht, kommt kaum ein renommierter Rennstall oder Helikopterhersteller an Pankl vorbei. Um die Synergien aus Motorsport und Luftfahrt zu nutzen, wurden diese Bereiche jetzt in Kapfenberg konzentriert, Antriebssysteme für beide Bereiche werden berechnet, konstruiert, produziert, getestet.

Die Sparzwänge vieler Rennsportteams haben Spuren hinterlassen. "Wir kamen unter starken Margendruck", sagt Vorstand Ernst Wustinger. Erst seit Sommer spüre man leise Anzeichen einer Erholung. Dies und die hohen Entwicklungsaufwendungen, etwa für Rennsportgetriebe (2004 sollten erste Systeme für die Formel 3 einsatzbereit sein, 2007 das erste Pankl-Formel-1-Getriebe), seien für ein leichtes Minus in diesem Geschäftsjahr verantwortlich.

Wachsendes Luftfahrtgeschäft

Insgesamt summierten sich die Entwicklungsaufwendungen heuer auf 5,6 Mio. Euro. Der Jahresumsatz solle um zehn Prozent auf 68 Mio. Euro steigen, doch das liege vor allem am wachsenden Luftfahrtgeschäft. Knapp ein Zehntel vom Gesamtumsatz macht dieses momentan aus, 2010 sollen es laut interner Prognose bis zu 25 Prozent sein. An gleich 15 Projekten arbeite man hier derzeit für Helikopter-Schwergewichte wie Sikorsky, Eurocopter, Agusta, sagt Wustinger.

Man profitiere dabei vom Outsourcing-Prozess in der Luftfahrt, dem US-Rüstungsboom und Eurofighter-Gegengeschäften: Von 35 Millionen Euro in geplanten Aufträgen seien 80 Prozent bereits vertraglich abgesichert. Die Restrukturierung des Geschäftsfeldes laufe nach Plan, die US-Tochtergesellschaft sei auf Kurs gebracht und Pankl Aerospace ab 2004 im Plus. (Andreas Stockinger, 04.10.2003)

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