Streit Japan-China geht weiter

5. Oktober 2003, 15:43
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Hilfe zur Beseitigung von Giftgas gefordert - Außenminister über Orgie von Japanern mit chinesischen Prostituierten empört

Beijing - China hat erneut Hilfe für Opfer alter japanischer Chemiewaffen aus dem Zweiten Weltkrieg gefordert. Außenminister Li Zhaoxing zitierte am Freitag den japanischen Botschafter in Peking, Koreshige Anami, ins Außenministerium, um eine dringende Lösung eines Vergiftungsfalles zu verlangen.

Ein chinesischer Schrotthändler war vor sechs Wochen durch Senfgas aus alten Chemiewaffenkanistern japanischer Invasionstruppen getötet worden, die im Nordosten von China ausgegraben wurden. Mehr als 40 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen, als zwei der Behälter geöffnet wurden, die der Händler als Altmetall gekauft hatte.

Nach ähnlichen Fällen in der Vergangenheit haben chinesische Opfer vergebens Entschädigung von Japan gefordert. Die Chemiewaffen hatten die kaiserlichen japanischen Truppen nach ihrer Niederlage im Zweiten Weltkrieg beim Rückzug aus China zurückgelassen.

Empörung über Orgie

Li äußerte zudem nach Angaben des Außenministeriums seine Empörung über eine angebliche Massenorgie von Japanern mit chinesischen Prostituierten. Die japanische Regierung solle ihre Bürger erziehen, damit sie chinesische Gesetze respektierten und ihr ethisches Verhalten verbesserten, hieß es. Der Vorfall soll sich am 16. und 17. September in einem Hotel in der südchinesischen Stadt Zhuhai ereignet haben. Staatliche chinesische Medien behaupteten, dass 400 Japaner mit mehr als 500 Prostituierten an der dreitägigen "Orgie" teilgenommen hätten. (APA/dpa)

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    Seit September sind japanische Giftgas-Experten im Einsatz, um Rückstände aus dem zweiten Weltkrieg zu entsorgen

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