"Otpor" kündigt für Sonntag Protestmarsch in Belgrad an

5. Oktober 2003, 14:35
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Anlässlich des dritten Jahrestages des Milosevic-Sturzes - Serbische Studentenbewegung für vorgezogene Parlamentswahlen

Belgrad - Die serbische Studentenbewegung "Otpor" (Widerstand) will am Sonntag mit einem Protestmarsch im Belgrader Stadtzentrum dem dritten Jahrestag des Sturzes des Milosevic-Regimes gedenken. Die Studentenorganisation hatte im Jahre 2000 mit ihren anhaltenden Protestaktionen gegen das damalige Regime wesentlich zur Wende beigetragen. "Otpor", die demnächst zu einer politischen Partei werden will, ist seit langem mit den Taten der demokratischen Nachfolger von Milosevic zutiefst unzufrieden.

Die regierende Demokratische Opposition Serbiens (DOS) hat nach Meinung von Otpor-Mitglied Srdjan Milivojevic allzu schnell ihre Wahlversprechen vergessen. So hat Serbien etwa noch immer keine neue Verfassung. An einem neuen Wahlgesetz wird ebenfalls noch gearbeitet. Zudem hätten die neuen Behörden der Finanz-Oligarchie des Regimes von Milosevic ermöglicht, über Nacht die Seite zu wechseln, kritisierte Milivojevic gegenüber den Medien die "Hauptsünden" der Regierung.

"Otpor" für vorgezogene Parlamentswahlen

Nach Ansicht von "Otpor" würde Serbien zur Zeit dringend vorgezogene Parlamentswahlen brauchen. Sie wären "viel wichtiger" als die bereits ausgeschriebene und für 16. November angesetzte Präsidentschaftswahl, erklärte Milivojevic.

Unter dem Motto "Sei Widerstandssäule" veranstaltet "Otpor" am Sonntagabend (18.00 Uhr) einen Protestmarsch über die seit den großen Oppositionsprotesten im Winter 1996/97 bekannte "Medientrasse". Der Weg führt am Parlament Serbiens und des Staatenbundes Serbien-Montenegro, aber auch am staatlichen TV-Sender RTS vorbei, dessen Gebäude vor drei Jahren als Symbol des Regimes von Milosevic in Brand gesteckt wurde. (APA)

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