US-Arbeitsmarkt signalisiert Aufschwung

6. Oktober 2003, 18:27
7 Postings

Die Zahl der Erwerbstätigen ist zum ersten Mal seit acht Monaten gewachsen - Finanzmärkte reagierten mit kräftigen Kursgewinnen

Washington - US-Unternehmen haben im September überraschend erstmals seit acht Monaten unter dem Strich wieder Stellen geschaffen. Damit wurden Befürchtungen zurückgedrängt, der Arbeitsmarkt könnte ungeachtet der sich mehrenden Anzeichen für eine Konjunkturerholung schwach bleiben.

Volkswirte zeigten sich erleichtert angesichts der positiven Zahlen. Mehr Stellen seien insbesondere in der Privatwirtschaft und hier vor allem im Dienstleistungsbereich geschaffen worden. Dagegen seien im öffentlichen Dienst sowohl auf Bundes- als auch auf kommunaler Ebene weiterhin Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Finanzmärkte reagierten mit kräftigen Kursgewinnen auf den Stellenzuwachs. Die US-Aktienfutures und der Dollar legten kräftig zu. Auch der Dax in Frankfurt sprang in die Höhe.

Analysten erwarteten Rückgang

Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft kletterte im vergangenen Monat um 57.000 nach einem Rückgang um revidiert 41.000 (erste Schätzung 93.000) im August, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag mit. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Stellenminus von 30.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote blieb mit 6,1 Prozent unverändert, während Analysten einen Anstieg auf 6,2 Prozent erwartet hatten. Die Stellenzahl und die Erwerbslosenquote resultieren aus unterschiedlichen Erhebungen des Arbeitsministeriums.

"Das sind ganz klar sehr gute Nachrichten. Das ist zwar keine große Zahl, aber letztlich ein Anstieg", sagte Hugh Johnson von der First Albany Corp. Das könnte der Beginn einer Erholung des Arbeitsmarktes sein, der sich damit möglicherweise den ermutigenden Konjunktursignalen aus den vergangenen Monaten anschließe. Zugleich warnte er aber, aus der Zahl eines einzigen Monats längerfristige Schlüsse zu ziehen.

Gefahren für den Konsum

Volkswirte hatten wegen der anhaltend schwachen Beschäftigungssituation in den vergangenen Monaten Gefahren für den privaten Verbrauch gesehen, der rund zwei Drittel der Gesamtleistung der weltgrößten Volkswirtschaft ausmacht. Sollte der private Konsum nachlassen, könnte die erhoffte Erholung der Wirtschaft ausgebremst werden.

Optimistisch hatten zuletzt auch Vertreter der US-Notenbank (Fed) die Entwicklung des Arbeitsmarktes gesehen. So hatte der Präsident der Fed von Chicago, Michael Moskow, erst am Donnerstag erklärt, der Arbeitsmarkt sei zwar schwach, werde sich aber allmählich beleben wie nach der vergangenen Rezession Anfang der neunziger Jahre. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ermutigende Signale aus den USA: Die Zahl der Erwerbstätigen ist im September gestiegen

Share if you care.