Hicke: "Schützt die Kreativ-Spieler"

8. Oktober 2003, 12:21
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Rapid-Trainer sieht in Hinblick auf die Heim-Europameisterschaft 2008 Handlungsbedarf - Lawaree-Wechsel zu Rapid unwahrscheinlich

Wien - Angesichts der Verletztenmisere im eigenen Lager hat Josef Hickersberger, Trainer des österreichischen Fußball-Rekordmeisters SK Rapid, am Freitag von den Schiedsrichtern vehement den Schutz von Kreativ-Spielern verlangt. "Es geht nicht um Rapid oder Hofmann, sondern allgemein um alle Spielmacher", erklärte der frühere Teamchef.

Hickersberger fordert mehr Rote

Die Hütteldorfer haben vor dem Meisterschaftsspiel am Samstag gegen Salzburg fünf verletzte Spieler zu beklagen. Zuletzt erwischte es den in dieser Saison überragenden Kapitän Steffen Hofmann. "Wenn getreten wird, hört sich das Fußballspielen auf, das hat mit gesunder Härte nichts mehr zu tun. Wenn Einer die Gesundheit eines Anderen aufs Spiel setzt, soll er Rot sehen", meinte "Hicke".

Nun sei eine entschiedene Vorgehensweise der Referees gefragt. "Ich habe bereits mit Schiedsrichter-Boss Kapl telefoniert, bin bereit, solche brutalen Fouls zu dokumentieren und bei einer Schiedsrichter-Tagung helfend einzuspringen."

EM 2008 im Visier

In dieser Frage gehe es nicht nur um einzelne Spieler, sondern um den österreichischen Fußball im Gesamten. "Im Grunde kann es mir egal sein, ich bin nicht Teamchef. Aber wir wollen 2008 eine gute Mannschaft haben, und wenn kreative Spieler nicht geschützt werden, wird das nicht gelingen", befürchtete Hickersberger.

"Grätschen verboten"

Rapid geht dabei mit gutem Beispiel voran. "Bei uns ist im Training grätschen verboten. Die Spieler sollen lernen, den Zweikampf fair zu gewinnen. Mit einem groben Foul kommt man sowieso nicht in Ballbesitz", so der Rapid-Trainer. Die neue Trainingsphilosophie hat laut Sportmanager Peter Schöttel schon Wirkung gezeigt. "Seit Hickersberger Trainer ist, haben wir uns spielerisch derart weiterentwickelt, dass wir wie ich meine den technisch besten Fußball der Liga spielen", sagte Schöttel.

Wallner hat noch Potenzial

Dies lag jedoch vor allem an der Kreativ-Achse Hofmann - Ivanschitz und weniger an Roman Wallner, der sein Formtief noch nicht ganz überwunden hat. "Er hat abgespeckt und ist dadurch spritziger, aber er ist ein Spieler, der sein Potenzial momentan nicht voll ausschöpft", gab Hickersberger zu.

Lawaree derzeit kein Thema

Dass Wallner mit Axel Lawaree schon im Winter einen neuen Sturm-Partner bekommen könnte, scheint derzeit eher unwahrscheinlich. "Unsere Budget-Situation erlaubt es nicht, im Winter einen Spieler zu kaufen", erklärte Manager Werner Kuhn. Der Vertrag des belgischen Torschützenkönigs von SW Bregenz läuft im Sommer aus, dann wäre der Angreifer ablösefrei zu haben. (APA)

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    Josef Hickersberger setzt sich für mehr Spielkultur in Österreichs Fußball-Stadien ein.

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