Zwillingstrennung: Michaela bereits ohne künstliche Beatmung

10. Oktober 2003, 10:31
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Die am Bauch zusammengewachsenen Mädchen waren nur einen Tag nach ihrer Geburt getrennt worden

Wien - Den im AKH getrennten siamesischen Zwillingen ging es zu Wochenbeginn weiter den Umständen entsprechend gut. Michaela kommt bereits ohne künstliche Beatmung aus, sagte Univ.-Prof. Dr. Ernst Horcher, Leiter der klinischen Abteilung der Kinderchirurgie.

"Das Mädchen, bisher künstlich ernährt, wird auch schon gefüttert", so der Mediziner. Bei Melanie gab es dagegen nach wie vor Lungenprobleme. Die am Bauch zusammengewachsenen Zwillinge waren nur einen Tag nach ihrer Geburt getrennt worden. Zwei Teams hatten den siebenstündigen Eingriff durchgeführt. Der Dickdarm war in die gemeinsame Harnblase eingewachsen, der Darm wurde zwischen den Zwillingen aufgeteilt. Die Neugeborenen bekamen einen künstlichen Darmausgang.

"Zustand stabil und zufrieden stellend"

Michaela konnte am Wochenende von ihren Eltern aus dem Bett genommen und herumgetragen werden. "Ihr Zustand ist stabil und zufrieden stellend. Es gibt keine Probleme - weder chirurgische noch was Infektionen betrifft", betonte Horcher. Bei Melanie bestand nach wie vor Intensivpflicht. "Ihre Lungenprobleme werden uns noch einige Zeit Sorgen bereiten", so der Arzt. "Man kann nicht voraussagen, wie es weitergeht. Aber es gab zumindest keine unerwarteten Veränderungen."

Die Kinder sollen jetzt einmal selbst atmen und an "normale" Ernährung gewöhnt werden. Das geschieht in kleinen Schritten. Ziel ist es, dass die Mutter die Babys stillen kann. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Melanie (links) und Michaela

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