Diskussion um Hormon-Ersatz-Therapie hält an

4. Oktober 2003, 18:00
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Deutsche Wissenschafter: Als Vorbeugung gegen Osteoporose nicht empfohlen

Berlin - Die in Verruf geratene Hormon-Ersatz-Therapie sollte nach Ansicht von Wissenschaftern auch nicht mehr als Vorbeugung gegen Osteoporose angewandt werden. Die Therapie könne zwar bei Frauen nach der Menopause den Knochenschwund nachweisbar bremsen, teilte das Berliner Zentrum für Muskel- und Knochenforschung des Universitätsklinikums mit. Doch dem stehe ein unverhältnismäßig großes Risiko gegenüber. Deshalb sollten andere Therapien bevorzugt werden, wie etwa die Einnahme so genannter Bisphosphonate.

Eine langjährige Hormongabe zur Verhinderung von Knochenschwund sei nicht mehr zu rechtfertigen, wie unter anderem eine im August publizierte Beobachtungsstudie aus Großbritannien mit über einer Millionen Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren gezeigt habe. Demnach sind in den vergangenen zehn Jahren etwa 20.000 britische Frauen an Brustkrebs erkrankt, weil sie Hormone nahmen. Dazu komme, dass eine Hormon-Ersatz-Medikation gegen Osteoporose nur so lange wirke, wie sie eingesetzt werde.

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft stellte vor kurzem eine Leitlinie vor, nach der Ärzte gegen Wechseljahrsbeschwerden nur noch in Einzelfällen und nach eingehender Rücksprache mit der Patientin Hormonpräparate verschreiben sollen. Die Risiken der Hormonersatztherapie seien bisher unterschätzt worden. Laut dem Gesundheitsministerium erhalten derzeit etwa vier bis fünf Millionen Frauen oder 43 Prozent der 50- bis 70-Jährigen in Deutschland Hormonpräparate. (APA/AP)

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