Langes Immungedächtnis

5. Oktober 2003, 11:00
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Britische Expertengruppe: Auffrischimpfungen gegen Hepatitis A nicht unbedingt nötig

London - Auffrischimpfungen gegen Hepatitis A sind nach Ansicht einer britischen Expertengruppe bei gesunden Menschen nicht nötig. Bisher gebe es keine Daten dafür, dass nach Abschluss der Grundimmunisierung Nachimpfungen bei solchen Personen erforderlich seien, schreibt der Londoner Virologe Jangu Banatvala in der Fachzeitschrift "The Lancet". Selbst wenn spezifische Antikörper nicht mehr nachweisbar seien, könne das Immungedächtnis des Körpers bis zu 25 Jahre Schutz vor der Krankheit bieten.

Daten zeigen dem Mediziner zufolge, dass noch mehr als zehn Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung Antikörper vorhanden seien. Es gebe zunehmend Hinweise dafür, dass das Immungedächtnis auch dann noch Schutz biete, wenn Antikörper nicht mehr nachweisbar seien. Vorläufige Ergebnisse von Studien deuten laut Banatvala sogar darauf hin, dass sich schon nach einer einzigen Impfung ein Immungedächtnis bilde. Daher könne die Grundimmunisierung vermutlich auch nach einer auf die erste Impfung folgenden, längeren Unterbrechung fortgesetzt werden. Hierzu seien jedoch weitere Studien erforderlich.

Weltweit werden jährlich etwa 1,4 Millionen Fälle von Hepatitis A bekannt. Die tatsächliche Zahl der Erkrankungen liegt möglicherweise zehn Mal höher. In Deutschland empfiehlt das Robert-Koch-Institut Impfungen für Angestellte von Kindertagesstätten, medizinisches Personal und Reisende in bestimmte Regionen. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei bis drei Impfungen. Wie lange der Impfschutz anhält, ist bisher nicht bekannt. (APA/AP)

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