Israel baut "Sicherheitsringe" um Siedlungen

5. Oktober 2003, 16:00
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Radarüberwachung von 400 Meter breiten Zonen geplant - Tausende Hektar palästinensischen Landes müssten konfisziert werden

Jerusalem - Die israelische Armee will nach dem Bau der umstrittenen Sperranlage im Westjordanland nun auch so genannte "Sicherheitszonen" um alle jüdischen Siedlungen auf palästinensischem Gebiet schaffen, die von der Sperranlage nicht geschützt werden. Wie die Tageszeitung "Haaretz" am Freitag berichtete, sollen diese Sicherheitsringe 400 Meter breit sein, gemessen vom jeweils äußersten Haus, und per Radar überwacht werden. Wer das Gebiet unangekündigt betrete, werde als Terrorist betrachtet und müsse mit seiner Erschießung rechnen.

Bereits 100 Siedlungen haben "Zone" beantragt

Insgesamt haben bereits 100 der nach internationalem Recht illegalen Siedlungen eine solche "Zone" beantragt. Drei seien bereits angelegt und weitere 17 von der Armee genehmigt worden, berichtete die Zeitung. Die israelischen Pläne dürften scharfe Proteste der Palästinensischen Autonomiebehörde provozieren, da durch die Maßnahme tausende Hektar palästinensischen Landes konfisziert werden müssten.

Militär befürchtet mehr Attentate gegen Siedler

Nach Angaben von "Haaretz" geht das Militär davon aus, dass militante Palästinenser wegen des Baus der umstrittenen Sperranlage im Westjordanland verstärkt Angriffe und Attentate auf jüdische Siedlungen vornehmen werden.

Nach dem Nahost-Friedensplan (Road Map) sollte Israel in der ersten Phase der Umsetzung des Plans alle Baumaßnahmen in Siedlungen stoppen. Israel hat dies von Beginn an abgelehnt. US-Außenminister Colin Powell sagte am Donnerstag, die USA seien "besorgt" über die Pläne Israels. Die Sperranlage, die zum Teil bis zu 32 Kilometer tief auf palästinensischem Land gebaut wird, nannte er "ein Problem". (APA/dpa)

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    Durch den neuen Sperrwall erwartet die israelische Armee verstärkt Angriffe gegen israelische Siedlungen im besetzten Gebiet. Diese sollen daher mit 400 Meter breiten und radarüberwachten "Sicherheitszonen" umgeben werden.

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