Rund 350 Filme aus 40 Ländern

18. Oktober 2003, 03:31
1 Posting

Rogrammvorstellung mit Geheimnis um Eröffnungsredner

Wien - Der Kino-Planet Viennale zieht bald wieder seine Bahn durch das Universum des Weltkinos - so umschrieb Viennale-Direktor Hans Hurch am Freitag bei der Programmvorstellung des Wiener Filmfestivals die Aussicht, ab 17. Oktober wieder zwei Wochen lang unter rund 350 Filme aus 40 Ländern wählen zu können.

Das neue Festivaltreffpunkt, das Dachgeschoss der renovierten Urania, die neben Filmmuseum, Gartenbau-, Metro- und Stadtkino heuer auch wieder als Spielstätte genutzt wird, wurde einen Tag vor dem Beginn des Kartenverkaufs ebenfalls vorgestellt. Sonne schien durch die Glasfronten, die Aussicht von den Terrassen beeindruckte.

Eröffnungsrede als Überraschung

Eröffnet wird das Festival am 17. Oktober im Gartenbau Kino mit "Lost in Translation" der US-Filmemacherin Sofia Coppola, die auch persönlich anwesend sein wird. Der heurige Trailer stammt von US-Experimentalfilmer Ernie Gehr. Noch nicht verraten wollte Hurch den oder die EröffnungsrednerIn.

Im Rahmen der Abschlussgala, in der auch der Wiener Filmpreis, der Fipresci Preis und der STANDARD-Publikumspreis verliehen werden, wird Julie Bertucellis Regiedebüt "Depuis qu' Otar est parti" gezeigt.

Im Hauptprogramm ...

Highlights im rund 100 aktuelle Spiel- und Dokumentarfilme umfassenden Hauptprogramm sind unter anderem die neuen Spielfilme von Gus van Sant, Lars von Trier, Jim Jarmusch, Kitano Takeshi oder Idrissa Ouedraogo sowie Dokumentationen von Kim Longinotto, Rithy Panh ("S21, la machine de mort Khmere Rouge") oder Jonathan Demme. Aus dem Avantgarde- und Experimentalbereich sind unter anderem Arbeiten von Heinz Emigholz, Lee Anne Schmitt oder Ernie Gehr hervorzuheben.

Ihre internationale Erstaufführung erleben u.a. Dokumentationen von Zelimir Zelnik und Frederick Wiseman (der zweite Teil von "Domestic Violence"), Thom Andersons Los Angeles-Städteporträt oder der chinesische Spielfilm "Shang shan" von Zhu Chuanming. Mit neuen Arbeiten vertreten sind auch alte Bekannte des Festivals wie Agnes Varda, Rudolf Thome, Peter Nestler oder Danielle Huillet und Jean-Marie Straub.

... und in den Specials

Spezialprogramme sind, wie bereits bekannt, Vincent Gallo sowie, mit rund 20 großteils Erstaufführungen, dem aktuellen österreichischen Film gewidmet. Michael Hanekes "Wolfzeit" wird dabei, anders als erhofft, nun doch nicht gezeigt. Haneke möchte laut Hurch Hauptdarstellerin Isabelle Huppert bei der Österreich-Premiere dabei haben, die aber während der Festivalzeit durch Dreharbeiten verhindert ist.

Musik, Tanz, Bizarrerien

Die Tributes gelten Warren Beatty, dem politischen US-Dokumentaristen Emile de Antonio und dem 1969 gegründeten Münchner Plattenlabel ECM. Unter dem Titel "Sex, Gewalt und gute Laune" wird in einer Nightline in der Urania das Werkstattkino München vorgestellt. Eine kleine Hommage mit frühen Kurzfilmen gilt dem heuer verstorbenen Maurice Pialat, und das Filmarchiv Austria zeigt in einer Reihe Beispiele des frühesten Kinos.

Auf dem Programm stehen weiters ein Tanz/Film-Projekt der Choreografin Christine Gaigg, eine Lecture von Peter Kubelka zu Tanz und Film sowie ein Konzert des polnischen Tomasz Stanko-Quartetts mit Gianluigi Trovesi. Die Viennale-Retrospektive "Art Theatre Guild. Unabhängiges Japanisches Kino 1962-1984" (bis 30.10.) im sanierten Österreichischen Filmmuseum startet bereits am Samstag, den 4. Oktober.

Kulturpolitik

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) appellierte dabei im Zusammenhang mit den Querelen rund um die Diagonale, das Festival des österreichischen Films, an die österreichischen Filmschaffenden, sich "nicht auseinander dividieren zu lassen". Die Diagonale sei von den politisch Verantwortlichen "mutwillig zerstört" worden. In der gegenwärtigen Situation könne es nur mehr den Weg "zurück an den Start" und eine Neuausschreibung geben. (APA/red)

Service

Viennale, Vienna International Film Festival

17. bis 30. Oktober

Vorverkaufsstellen ab 4.10. am Stubentor (Zentrale), im Generali Center und der Schottentor-Passage

Ticketreservierung unter der A1 Freeline 0800-664-003

Retrospektive im Filmmuseum

Reservierung unter Tel. 533-70-54

Share if you care.