Ausgeh-Verbot für Männer in Südspanien umstritten

10. Oktober 2003, 19:59
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An der Demonstration gegen "undemokratische" Regelung beteiligten sich auch Frauen

Jaen - Begleitet von Protesten ist in der südspanischen Kleinstadt Torredonjimeno eine "Ausgangssperre" für Männer in Kraft getreten. Auf Anordnung von Bürgermeister Javier Checa mussten die "Herren der Schöpfung" am Donnerstagabend erstmals daheim bleiben, um sich um den Hausputz oder die Kinder zu kümmern.

Um Frau und Kinder kümmern

Der 47-Jährige will damit durchsetzen, dass die Männer sich zumindest ein Mal in der Woche dem Haushalt widmen und die Frauen in aller Ruhe ausgehen können. Gerade unter diesen löste die Initiative aber Unmut aus, wie der Rundfunk am Freitag berichtete.

"Wir brauchen kein Verbot, wir wollen zusammen mit unseren Männern ausgehen", lautete das Motto einer Demonstration, mit der rund 500 EinwohnerInnen der Kleinstadt bei Jaen gegen die "undemokratische" Neuregelung protestierten. "Das ist doch lächerlich, mit echter Gleichberechtigung hat das nichts zu tun", empörte sich Maria Dolores Gonzalez. Andere wiederum unterstützten die Vorschrift und freuten sich über den Medienrummel. Dutzende Fernsehteams aus aller Welt waren angereist. Auch viele Männer aus umliegenden Dörfern kamen: "Womöglich sind die Chancen auf einen Flirt für uns nun größer", meinte Antonio Martinez aus dem Nachbarort Torredelcampo.

Geldbuße von fünf Euro

"Die Männer sollen nicht bloß mit den Freunden Bier trinken gehen, sondern auch etwas im Haus tun", verteidigte Bürgermeister Checa seine Initiative. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss eine Geldbuße von fünf Euro zahlen. Auf den Straßen war eine Frauen-Patrouille unterwegs, um Missachtungen zu ahnden und die Übeltäter zur Kasse zu bitten. Das Ausgeh-Verbot soll nun jeden Donnerstag zwischen 21.00 und 2.00 Uhr gelten. Statistisch ist Torredonjimeno bereits in Frauenhand: Sie machen 52 Prozent der 14.000 Einwohner aus. (APA/dpa)

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