US-Senat zu Waffensuche: "Nicht erfreut"

3. Oktober 2003, 12:40
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Kritische Stimmen zu Kay-Zwischenbericht im US-Senat - Regierung verlangt 600 Millionen für Waffensuche

Washington - Die erste Reaktion auf den Zwischenbericht des Experten David Kay zu der erfolglosen Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak ist im US-Senat negativ ausgefallen. Der republikanische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Pat Roberts, erklärte am Donnerstag: "Ich bin nicht erfreut von dem, was ich heute gehört habe. Wir sollten eine abwartende Haltung annehmen, das ist die einzige Alternative, die wir haben."

600 Millionen Dollar für Waffensuche

Der demokratische Senator Jay Rockefeller sagte: "Da gibt es nichts, auf das wir zeigen könnten, und jetzt bittet sie (die Regierung) um weitere sechs bis neun Monate." Wie aus Kongresskreisen verlautete, verlangt die US-Regierung weitere 600 Millionen Dollar (513 Mill. Euro), um die Fortdauer der Suche nach Hinweisen für Massenvernichtungswaffen zu finanzieren.

Suche noch nicht abgeschlossen

Der Waffenexperte David Kay hatte am Donnerstag vor dem US-Kongress erklärt, dass auch mehr als sechs Monate nach dem Sturz Saddam Husseins trotz intensiver Suche bisher keine Massenvernichtungswaffen im Irak entdeckt werden konnten. Die Suche sei aber noch lange nicht abgeschlossen, erklärte Kay.

Der Hinweis auf eventuelle Verstecke von Massenvernichtungswaffen im Irak war eines der Hauptargumente, mit denen US-Präsident George W. Bush sein Land auf den Krieg gegen den Irak eingeschworen hatte.

Rumsfeld: Vorwürfe gegen Geheimdienste wären verfrüht

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld betonte, es sei verfrüht, den Geheimdiensten seines Landes wegen der bisher nicht gefundenen Massenvernichtungswaffen Versagen vorzuwerfen. Bisher habe er nichts gesehen, das ihn annehmen lasse, dass er sich auf "ungenaues" Geheimdienstmaterial verlassen habe, betonte Rumsfeld. (APA)

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    David Kay - er führte früher Waffeninspektionen im Irak durch - präsentierte am Donnerstag einen Zwischenbericht vor dem US-Senat: Massenvernichtungswaffen wurden bisher keine gefunden, das bedeute aber nicht, dass es keine gäbe.

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