Frühe Pneumokokken-Impfung empfohlen

8. Oktober 2003, 14:18
posten

Studie aus Südafrika zeigt drastische Reduktion der Erkrankungen

Wien - Österreichs Impfexperten fordern weiterhin die Aufnahme der Pneumokokken-Impfung für Säuglinge und Kinder bis zum zweiten Lebensjahr in das kostenlose Impfprogramm der öffentlichen Hand. Eine riesige wissenschaftliche Studie aus Südafrika mit fast 40.000 Teilnehmern könnte hier als zusätzliches Argument dienen. Die Häufigkeit schwerer Pneumokokken-Erkrankungen wurde sowohl bei HIV-negativen als auch HIV-positiven Kindern drastisch reduziert.

"Innerhalb eines Jahres nach der Einführung dieses 'konjugierten Vakzins' zeigte sich (in den USA) eine Reduktion invasiver Pneumokokken-Erkrankungen bei jungen Kindern bundesweit eine Verringerung um 69 Prozent (...)", fassten Dr. Kathryn M. Edwards sowie Dr. Marie R. Griffin von der US-Vanderbilt-University (Nashville/Tennessee) im New England Journal of Medicine (2. Oktober) die Erfahrungen in den Vereinigten Staaten zusammen, wo seit dem Jahr 2000 diese Immunisierung für alle Kinder empfohlen wird.

Die Ergebnisse sprechen laut den Autoren eindeutig für die Verwendung des Vakzins gegen die gefährlichen Pneumokokken, die Gehirnhaut-, Lungen- und Mittelohrentzündungen sowie auch Sepsis (Blutvergiftung) hervorrufen können.

Ergebnisse

Bei Kindern ohne HIV-Infektion ging die Häufigkeit invasiver Pneumokokken-Erkrankungen durch die in dem Vakzin enthaltenen Erreger-Stämme um 83 Prozent zurück. Die Wirksamkeit bei HIV-infizierten Kindern betrug 65 Prozent. Die Häufigkeit invasiver Pneumokokken-Erkrankungen durch Penicilin-resistente Erreger wurde durch die Impfungen um 67 verringert. (APA)

Share if you care.