Vorarlberg will Herbstferien einführen

6. Oktober 2003, 17:27
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Zustimmung aus Bildungsministerium - Zunächst an Pflichtschulen - Vielleicht Modell für ganz Österreich

Wien (APA) - In die jährlich wiederkehrende Diskussion um die Einführung von Herbstferien kommt heuer erstmals Bewegung. Der Vorarlberger Schul-Landesrat Siegi Stemer will mittels eines Pilotprojekts durch das Streichen anderer schulfreier Tage an den Pflichtschulen im Ländle "rund um den Nationalfeiertag" eine Woche Herbstferien erproben - Voraussetzung dafür sei aber die Zustimmung von Eltern- und Lehrervertretern. Bei entsprechender Unterstützung der Schulpartner im Bundesschulbereich sei eine ähnliche Regelung mittels eines Schulversuchs auch an AHS und BMHS möglich, wofür Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) auch schon Zustimmung signalisiert habe, so Stemer am Freitag gegenüber der APA.

Schulfreie Tage besser verteilt

Nach dem Vorschlag Stemers soll die Anzahl der schulfreien Tage insgesamt gleich bleiben, aber besser verteilt werden. Als Ausgleich für die Woche Herbstferien soll an den derzeit freien Dienstagen nach Ostern und nach Pfingsten unterrichtet werden. Darüber hinaus würden von den den Schulen zur Verfügung stehenden schulautonomen Tagen zwei gestrichen, wegfallen würde außerdem ein bisher von der Behörde zu vergebender schulfreier Tag. Die Sommerferien bleiben unangetastet.

Bereits ab 2004

Wenn die Schulpartner ihre Zustimmung geben, könnten die Herbstferien bereits 2004 an allen Vorarlberger Schulen (außer den Berufsschulen) Wirklichkeit sein, so Stemer. Im Pflichtschulbereich (für diesen ist das Land zuständig, Anm.) soll schon in der kommenden Woche im Landtag ein entsprechender Antrag zur Ausarbeitung einer Gesetzesänderung verabschiedet werden. Außerdem soll laut Stemer der Nationalrat grundsätzlich aufgefordert werden, "über eine bessere Verteilung der Ferienzeit nachzudenken".

Bisher inoffiziell

Schon bisher haben viele Lehranstalten die fünf ihnen zur Verfügung stehenden schulautonomen Tage dazu genutzt, praktisch inoffiziell Herbstferien einzuführen. Ein Problem dabei bildete der Umstand, dass eben nicht alle Schulen zur gleichen Zeit frei gaben - Eltern mit Kindern an mehreren Schulen sahen sich dadurch vor Betreuungsprobleme gestellt, auch ein gemeinsamer Urlaub war daher nicht möglich.

Diese Schwierigkeit gäbe es mit dem Vorarlberger Modell nicht, betonte Stemer: Die Herbstferien würden an allen Schulen gemeinsam gelten, das "Wirr-Warr" hätte ein Ende. Die Eltern könnten einen Urlaub schon ein bis zwei Jahre im voraus planen, und vor bzw. nach den Herbstferien gäbe es geschlossene Unterrichtsblöcke.

Bei entsprechender Zustimmung von Lehrer und Eltern, für die es bereits Signale gebe, könnte Vorarlberg durchaus eine Vorreiterrolle in Österreich spielen, so Stemer: Vielleicht sei das Modell der "erste Schritt für eine Regelung für ganz Österreich". (APA)

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