Raubkopierer-Gang richtete Milliardenschaden an

13. Jänner 2000, 09:33

Weltweit größter Fall von Softwarepiraterie aufgeflogen - Gesamtschaden von 10,55 Milliarden Schilling

Hamburg - Die Hamburger Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft und Polizei den weltweit größten Fall von Softwarepiraterie aufgedeckt. Dabei gehe es um eine Gesamtschadenssumme von 1,5 Mrd. DM (767 Mill. Euro/10,55 Mrd. S), sagte ein GVU-Sprecher am Mittwoch in Hamburg. Angaben zu den Tätern machte er nicht.

Im Internet angeboten und weit unter Ladenpreis verkauft

Nach Informationen des ARD-Magazins "Kontraste" hatten mehrere Dänen Raubkopien von Bürosoftware und Spielen im Internet angeboten und weit unter Ladenpreis verkauft. Ein 27-jähriger Mann aus Neuss habe den Vertrieb der Ware organisiert.

Nach Angaben der GVU hatte die Polizei die Raubkopierer bereits Ende Oktober festgenommen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seien aber erst jetzt abgeschlossen worden. Die GVU sei den Fälschern durch eine Internet-Recherche auf die Spur gekommen. Die CDs wurden den Angaben zufolge ausschließlich auf einer Homepage im Internet, die unter falschem Namen registriert worden sei, zum Verkauf angeboten.

Statt 70.000 und 80.000 DM nur 60 DM

Nach Informationen von "Kontraste" haben die Dänen die CD-Sammlung bei einem Presswerk in der Nähe von Prag in Auftrag gegeben. Die auf der CD mit dem Namen "Akira" Volume 6 enthaltenen Programme renommierter Hersteller hätten im Laden zum regulären Verkaufspreis zwischen 70.000 und 80.000 DM gekostet. Im Internet gab es die CD bereits für 60 DM. (APA/Reuters)

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