NTT DoCoMo zieht gegen die Steuer vor Gericht

13. Oktober 2003, 10:28
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Vorwurf: Japan hat 30 Milliarden Yen-Investition zu hoch versteuert

Der Steuerstreit zwischen NTT DoCoMo und dem japanischen Staat spitzt sich zu. Wie die Japan Times berichtete, hat der japanische Netzbetreiber in Tokio eine Klage gegen die Steuerbehörde eingereicht. NTT DoCoMo wirft den Behörden vor, eine 30 Milliarden Yen-Investition (rund 231,7 Millionen Euro) in ein firmeninternes Telefonnetz viel zu hoch versteuert zu haben. Hierbei handelt es sich um Leitungen, die die NTT-Switching-Centers mit den Antennen und den Basisstationen verbinden.

Versteuern

Den Grundstein für die Auseinandersetzung legte NTT DoCoMo dadurch, dass es jede einzelne Leitung als eigenständige Aufwendung versteuern wollte. Als Preis für eine Leitung gab das Unternehmen rund 73.000 Yen (rund 565 Euro) an und fiel damit unter die 100.000 Yen-Grenze (rund 772 Euro), was laut japanischem Steuergesetz eine sofortige Abschreibung als geringwertiges Wirtschaftsgut erlaubt. Auf diese Weise sind zwischen 1998 und 1999 etwa 30 Milliarden Yen versteuert worden.

Problematisch

Der Haken an der Sache war jedoch, dass die Steuerbehörden NTT DoCoMos Ansichten nicht teilten. Sie bestanden darauf, dass die Gesamtheit der Leitungen als eine Anlage zu aktivieren wäre, deren Kosten über 20 Jahre abgeschrieben werden müssten. Aus diesem Grund wurden NTT DoCoMo zusätzliche Steuern auferlegt. Nachdem eine Beschwerde des Unternehmens vergangenen März vom Tokyo National Tax Tribunal abgelehnt worden war, entschloss sich der Netzbetreiber nun, den Gang vor Gericht zu wagen. (pte)

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