Ein Jahr "Einzelhaft" fürs Internet

13. Jänner 2000, 09:01

"Opferbereiter" junger Mann sperrt sich in Haus ein, um zu testen, wie gut die Versorgung via Cyberspace funktioniert

Dallas/Wien - Er wollte immer schon etwas Exzentrisches tun. Er nennt selbst einen hohen IQ, trockenen Humor und ein angenehmes Auftreten sein eigen. Sein Name: "DotComGuy". Der ehemalige US-Marine, der Politikwissenschaft im Hauptfach studierte, hatte im Vorjahr eine "Idee, die mein Leben verändern wird": Ein Jahr lang möchte er eingesperrt sein und nur vom e-commerce abhängen.

Am 1. Jänner zog er nun in ein leeres Haus ein, in dem lediglich ein Computer installiert war - und kauft seither alles per Internet, vom Klopapier bis zu den Möbeln. "DotComGuy" will ein Unternehmen gründen und außerdem Webcameras erlauben, den Prozess zu beobachten.

Nicht per Internet ...

Seine Motivation: Der 26jährige hat bemerkt, dass es tatsächlich noch Leute gebe, die nicht per Internet einkauften. Diesen Schüchternen will er nun "helfen und beweisen, dass es Leben ohne Anstellen und zeitintensives Einkaufen im Lebensmittelgeschäft gibt". In einer Atmosphäre von "Kreativität und Opferbereitschaft" habe er mit einem Freund den Plan entworfen. Er hat sogar seinen Namen geändert, um nicht persönlich im Rampenlicht, sondern "mehr im Dienst der Sache" zu stehen.

Die Homepage "http://www.dotcomguy.com" ist noch nicht ganz fertig, erreichbar wird "DotComGuy" in eigens eingerichteten Chatrooms sein. E-mail-Kontakt lehnt er ab, da er Tausende e-mails pro Tag erwarte, "die ich sowieso nicht alle beantworten kann". (APA)

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