Khatami: "Wir haben nichts zu verstecken"

5. Oktober 2003, 20:20
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Atombehörde will Teheran zu Unterzeichnung von Zusatzprotokoll bewegen - Khatami kritisert IAEO - Will aber kooperieren

Teheran - Der iranische Präsident Mohammed Khatami hat versichert, dass die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in seinem Land nichts Illegales finden würden. "Wir haben nichts zu verstecken, und unsere gesamten Nuklearprogramme sind transparent", sagte Khatami. Die IAEO nahm mit den iranischen Behörden am Donnerstag in Teheran Beratungen über die bevorstehenden Kontrollen der Nuklearanlagen des Landes auf.

Khatami kritisiert IAEO

Am Donnerstag kritisierte Khatami zugleich auch die Resolution der IAEO, die dem Land eine Frist bis Ende Oktober gesetzt hat, um entsprechende Vorwürfe zu widerlegen. "Teheran wird seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde fortsetzen, obwohl die Behörde eine unangemessene Resolution verabschiedet hat", sagte Khatami am Donnerstag nach einer Meldung der studentischen Nachrichtenagentur ISNA.

Nur begrenzter Zugang zu Atomanlagen

Entgegen der Forderung der IAEA will der Iran den Inspektoren nur einen begrenzten Zugang zu seinen Atomanlagen einräumen. Es war unklar, ob Khatami Äußerungen eine Änderung der bisherigen Haltung bedeuten. Die USA werfen der Islamischen Republik vor, nach Atomwaffen zu streben. Die Führung des Landes hat dies zurückgewiesen und spricht von einer rein zivilen Nutzung der Atomenergie. "Atomwaffen werden keine Quelle der Sicherheit für uns sein", zitierte der staatliche Rundfunk Khatami.

Die IAEO-Experten wollen an diesem Freitag ihre Arbeit beginnen. Die Ingenieure, Techniker, Physiker und Chemiker sollen bis Ende Oktober im Iran bleiben, wenn eine von der IAEO-Spitze gesetzte Frist ausläuft. Der Iran soll bis zu diesem Zeitpunkt sein umstrittenes Atomprogramm offen gelegt haben.

Zusatzprotokoll

Trotz widersprüchlicher Aussagen erwarteten Beobachter, dass Khatami sich zur Unterschrift des IAEO-Zusatzprotokolls bereit finden wird, das den Inspektoren unangekündigten und unbeschränkten Zugang zu Atomanlagen ermöglicht. Die IAEO müsse im Gegenzug das Recht des Iran anerkennen, die Atomtechnik für friedliche Zwecke zu nutzen. Regierungssprecher Abdullah Ramezanzadeh hatte am Mittwoch erklärt, die Behörden wollten alles tun, um mit der IAEO eine Übereinkunft zu erreichen. (APA)

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