Irak braucht 55 Milliarden Dollar für Wiederaufbau

3. Oktober 2003, 15:37
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USA hoffen auf umfassende Spendenzusagen bei Geberkonferenz - UNO erwartet 35 Milliarden

Washington/Madrid - Für den Wiederaufbau im Irak sind in den nächsten vier Jahren vermutlich 55 Milliarden Dollar (47 Milliarden Euro) notwendig. Diese Schätzung wurde nach Angaben eines hohen US-Regierungsbeamten am Donnerstag bei einem Vorbereitungstreffen für die Geberkonferenz am 23. und 24. Oktober in Madrid abgegeben.

Die Weltbank veranschlage für die 14 Sektoren von Gesundheit- und Schulwesen bis zur Strom- und Wasserversorgung 36 Milliarden Dollar (30,8 Mrd. Euro). Die USA rechneten mit weiteren 19 Milliarden Dollar (16,3 Mrd. Euro) etwa für die Überholung der Ölanlagen und die Ausbildung von Polizei und Armee.

Strategisches Interesse

Der US-Beamte zeigte sich zuversichtlich, dass auf der Konferenz umfassende Spendenzusagen eingehen. Es seien Einladungen an 59 Regierungen verschickt worden. "Es herrscht große Übereinstimmung, dass alle ein strategisches Interesse am Erfolg des Wiederaufbaus haben", sagte der Beamte nach dem Vorbereitungstreffen. Konkrete Zusagen über die 200 Millionen Euro der EU-Kommission für das kommende Jahr hinaus gebe es allerdings bisher nicht.

Im kommenden Jahr müsse das Land mit direkten Spenden unterstützt werden. Die Öleinnahmen reichten lediglich für die Unterhaltung der Übergangsregierung. Ab 2005 könnten auch Öleinkünfte für den Wiederaufbau herangezogen werden, vermutlich vier bis fünf Milliarden Dollar im Jahr, sagte der Beamte.

UNO glaubt an 35 Milliarden über vier Jahre

In UNO-Kreisen war hingegen von Finanzzusagen von 35 Milliarden Dollar (30,0 Mrd. Euro) für einen Zeitraum von vier Jahren die Rede. Die Zahl basiere auf den Bedarfsschätzungen der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und der Vereinten Nationen. (APA)

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