Frankreich: Krankenschwester wieder vor Gericht

3. Oktober 2003, 21:53
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Wegen des Todes von sieben Patienten

Versailles - Wegen des Todes von sieben Patienten steht eine französische Krankenschwester seit Donnerstag vor einem Berufungsgericht in Versailles. In erster Instanz war die 33-Jährige zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Eine Woche nach dem Drama um den Tod des Schwerstbehinderten Vincent Humbert facht der Prozess die Diskussion über Sterbehilfe in Frankreich weiter an.

Die Angehörigen der Toten sehen in den Taten der Krankenschwester keine Sterbehilfe, sondern ein Verbrechen. In erster Instanz war die Frau schuldig gesprochen worden, 1997 und 1998 sechs schwer kranke Patienten im Krankenhaus von Mantes-la-Jolie westlich von Paris absichtlich getötet zu haben. Die Angeklagte hatte drei Fälle gestanden, aber erklärt, auf den Wunsch der Leidenden gehandelt zu haben. Sie soll hohe Dosen Morphium oder Kalium verabreicht haben.

Die Krankenschwester hatte erklärt, mehrfach um eine Versetzung gebeten zu haben, weil sie die Leiden ihrer Patienten und der Angehörigen nicht ertragen könne. Vom Gericht bestellte Psychiater diagnostizierten, die Frau habe versucht, ihrem Leben durch eine "Art Mission" eine Richtung zu geben. (AP)

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