Wirtschaftskompetenz für SPÖ

6. Oktober 2003, 17:36
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Bruno Kreisky hatte einst "1000 Experten" - Nun soll ein neuer Think Tank ein künftiges SPÖ-Regierungsprogramm ausarbeiten

Wien - Langzeitkanzler Bruno Kreisky hatte einst "1000 Experten" als Thinktank für Wirtschaftsfragen, SPÖ-Budgetsprecher Christoph Matznetter hat jetzt ein "Kompetenzteam Wirtschaft". Dieses soll, unter seiner Federführung, der Partei jene Sachkompetenz geben und jenes Wirtschaftsprogramm ausarbeiten, welches im letzten Wahlkampf bei der SPÖ vermisst worden sei, sagte Matznetter nach der gestrigen "Kick-off-Klausur".

Dem Team gehören unter anderem die frühere Wiener Finanzstadträtin Brigitte Ederer (jetzt Siemens), der frühere Finanzminister Ferdinand Lacina (jetzt BA-CA), Salinen-Chef Thomas Jozseffi, Porr-Chef Horst Pöchacker, Bawag-Chef Johann Zwettler und WU-Vizerektor Ewald Nowotny (früher EIB) an.

"Furchbare Wirtschaftssituation"

Österreich sei "in einer furchtbaren Wirtschaftssituation" und falle in allen wirtschaftlichen Kriterien gegenüber dem EU-Durchschnitt zurück, kritisierte Matznetter. Die Arbeitslosigkeit sei auf einem Langzeithoch, der Reallohnzuwach sei unterdurchschnittlich, und die öffentlichen Investitionen betragen mit 1,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts weniger als die Hälfte des EU-Schnitts. Es sei ein "völliger Kurswechsel" nötig.

Im "Dialog mit Wirtschaftstreibenden" wolle die SPÖ bis Frühsommer 2004 die Basis eines künftigen Regierungsprogramms ausarbeiten, sagte Matznetter. Die Sozialdemokraten wollen über einen längeren Zeitraum als nur den Wahlkampf beweisen, dass sie die besseren Konzepte hätten - diese würden sich auch von den neoliberalen Konzepten der Regierung Schröder unterscheiden. (spu/DER STANDARD Print-Ausgabe, 3.10.2003)

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    SPÖ: Wirtschaft im Zeichen der roten Nelke.

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